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Eva-Lorenz-Umweltstation In Neersen
Produkte der Bienen taugen auch als Heilmittel

Eva-Lorenz-Umweltstation In Neersen: Produkte der Bienen taugen auch als Heilmittel
Leo Dörenkamp, Viersener Imkerverein, mit Jan. FOTO: Achim Hüskes
Willich. Natürlich war beim Tag der Offenen Gartenpforte in der Eva-Lorenz-Umweltstation am Rand des Neersener Schlossparkes der Naturerlebnisgarten wieder geöffnet. Dort hingen auch einige "Hotels", in denen sich schon lange Hornissen oder Wildbienen zu Hause fühlen. Diesmal ging es im Schwerpunkt aber nicht um die Wild-, sondern um die Honigbiene, die nicht nur im Pflanzen- und Obstbau bei der Bestäubung eine wichtige Aufgabe hat, sondern neben dem Honig auch in der Medizin durchaus nützlich sein kann.

Das Interesse war den ganzen Tag über stark. In der Station versammelten sich gerade über 20 Bienenfreunde, warteten auf den Vortrag von Dr. Thomas Nieberding, der im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) in Viersen Leiter der Zentralen Notfallambulanz ist. Der Internist machte unter anderem deutlich, dass Bienenprodukte durchaus als Heilmittel infrage kommen, etwa zur Wundbehandlung. Auch die von den Bienen hergestellte harzartige Masse, die Propolis, sei als alkoholische Tinktur bei Schleimhautentzündungen oder Lippenherpes sehr von Nutzen. Sogar könne, so der Mediziner weiter, auch das Bienengift die Akupunkturwirkung verstärken und Schmerzen lindern, da es Cortison im Körper freisetze. Also kann ein Bienenstich auch sein Gutes haben ...

Sogar aus Vorst, St. Tönis, Nettetal oder Mönchengladbach kamen die Besucher. "Sehr interessant, was sich heute über die Honigbiene gehört habe", sagte Elita Grafke, die in der Schiefbahner Kindertagesstätte "Blauland" die Natur-Trainerin vom Nabu ist.

Thomas Nieberding gehört aktiv dem Viersener Imkerverein an, der gleich in einem Schaukasten ein Bienenvolk und mehrere jüngere Bienenzüchter mitbrachte. So Hendrik Lennackers (13) und Lukas Schlott (18), die die Herstellung von Bienenwachskerzen erläuterten. Nebenan halfen Besucher an der Honigschleuder mit - setzten die Zentrifugen in Betrieb, um den Honig aus den Waben raus zu bekommen.

Erneut in Neersen mit dabei war der Vorsitzende des Viersener Imkervereins, Leo Dörenkamp. Er hat zu Hause insgesamt zwölf Bienenvölker. In guten Jahren produziert ein Volk von über 40 000 Bienen etwa 35 bis 40 Kilogramm Honig. "Zuletzt waren es im Frühjahr leider nur etwa zehn Kilogramm, wegen des Wetters und der unzureichenden Vegetation", klagte Dörenkamp. Ein Grund sei ferner, dass in den Gärten immer weniger insektenfreundliche Pflanzen gesetzt würden. Zur Aussaat geeignet seien besonders spezielle Blühmischungen, die es auch beim Willicher Nabu gebe, und generell alle Blumen, die Staubgefäße hätten, zum Beispiel zum Herbst hin die ungefüllten Dahlien. Aber auch die Landwirtschaft könnte ihren Beitrag leisten, anstatt Mais die viel mehr Bio-Masse produzierende "Goldene Silphie" zu säen und zu ernten.

Ein guter Gastgeber war der Willicher Nabu mit seinem Vorsitzenden Jack Sandrock. Es gab selbst hergestellten Apfelsaft, Waffeln und Kaffee. Einige der aktiven Mitglieder, darunter neben Sandrock Rolf Cöhnen, Helmut Friesheim, Heiner Duven und Hans Thelen, stellen seit Längerem direkt neben der Station einen Waldlehrpfad her. Dort werden auf einer Länge von etwa 200 Metern acht Stationen aufgebaut, bei denen unter anderem der "Waldfrüchtekalender" oder die wichtigen Aufgaben des Totholzes erklärt werden. Sogar eine Sprunggrube ist darunter, auf der noch der "Weitsprung der Tiere", vom Grasfrosch über den Wiesel bis zum Reh, dokumentiert wird. In etwa zwei Monaten ist dieser Lehrpfad fertig.

Willi Schöfer

Quelle: RP
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