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Stadt Willich
Prominente Kunst gegen Leukämie

Stadt Willich: Prominente Kunst gegen Leukämie
"Bunte Bananen 11", Acryl auf Leinwand, 120 x 100 cm groß, von Thomas Baumgärtel aus Köln ist eines der angebotenen Werke. FOTO: BAUMGÄRTEL
Stadt Willich. Künstlerin Beate Kempe organisiert mit viel ehrenamtlicher Unterstützung eine Benefizausstellung mit Werken bekannter Künstler. Der Erlös finanziert Typisierungen von Stammzellenspendern. Von Heribert Brinkmann

Der Kölner Bananensprayer Thomas Baumgärtel ist einer der bekanntesten Sprayer. Seine Spraybanane zeichnet weltweit die besten Museen und Kunstorte aus. Mit diesem "inoffiziellen Logo der Kunstszene" kämpft der Kölner seit 30 Jahren für die Freiheit der Künste. Eines seiner traditionelleren Staffeleibilder, die "Bunten Bananen 11" aus dem Jahr 1998 hat der Künstler jetzt für eine Benefizausstellung am 5. November in der Kulturhalle Schiefbahn gestiftet. Sie steht unter dem Motto "Leukämie überleben".

Als sie angesprochen wurde, eine solche Ausstellung zu organisieren, war die in Anrath lebende Künstlerin Beate Krempe sofort begeistert. Sie selbst arbeitet seit Jahren ehrenamtlich im Hospizdienst und hat sich intensiv mit dem Thema Leben und Sterben auseinandergesetzt. Sie stellt nicht nur ihre eigene Kunst in den Dienst der Sache, sondern hat sofort Kontakte geknüpft und organisiert nun eine umfangreiche Benefizausstellung. Als erster Unterstützer kam Bernd-Dieter Röhrscheid hinzu, der seit Jahren mit der Knochenmarkspenderzentrale Düsseldorf der Universitätskliniken zusammenarbeitet. Er selbst gründete im Oktober 2007 den Verein "Star" - Stammzellspende Rheinland.

Als Kunstexperte erklärte sich sofort der Galerist K J. Brockmanns aus Anrath bereit, zu helfen. Er bringt engagierte Künstler seiner Galerie Schageshof ein. Neben dem international bekannten Thomas Baumgärtel sind das Werke von Harald Klemm aus Köln und Theo Lipfert, der in den USA lebt. Dieses Künstlertrio arbeitete schon einmal gemeinsam und setzt sich generell mit Themen der Geschichte der Welt und den Menschenrechten auseinander. Mit "Make Sure Our Address Shows Throw Window", mit Theo Lipfert, Video zur Komposition "El Rey de Harlem" von Hans Werner Henze und dem Text "Oda al Rey de Harlem" von Federico Carcía Lorcá zeigten sich die Künstler 1998 schon einmal in der Kunsthalle in Schiefbahn. Jetzt kommen sie, fast 20 jahre später, nochmal dorthin zusammen zurück. Dazu gesellen sich die Künstlerin Maria Loizidou aus Zypern, die Kunst in Lyon studierte und auf der Documenta 14 ausstellte. Desweiteren werden Werke von Gregor Strunk aus Mönchengladbach, der in Paderborn bei Prof. H.K. Ehmer studierte, gezeigt. Nicht zu vergessen, dass Organisatorin Beate Krempe aus Anrath auch als Künstlerin vertreten ist.

Beate Krempe engagiert sich ja auch für das Projekt Art.together. Die Künstlerinitiative aus Willich bringt Künstler der Region mit Flüchtlingen zusammen. Von der anfänglichen Arbeit mit Flüchtlingen seit 2014 über die Gründung des Ateliers "Art.together" im Juni 2016 hat sich das Projekt bis zum gemeinnützigen Verein "Kulturforum Willich" 2017 entwickelt. Im Atelier Art.together an der Bahnstraße 14 in Willich arbeitet auch Waleed Ibrahim, ein syrischer Künstler, der wegen des Krieges aus Syrien nach Deutschland floh. Er und seine Familie haben viel Hilfe und Unterstützung erfahren. Aus einer großen Dankbarkeit engagieren sich Waleed und seine Frau Jiana für andere Mitmenschen. Als der syrische Künstler vom Schicksal eines leikämiekranken Kindes einer befreundeten deutschen Familie erfuhr, wollte er sofort helfen und etwas für das Kind tun. Er war es, der den Stein ins Rollen brachte - und diese Benefizausstellung initiierte. Aber nicht nur Künstler helfen mit. Katrin Nickels aus Schiefbahn bindet den Arbeitskreis Fremde mit ein, Hans-Peter Lepsy vom Fischrestaurant steuert Fingerfood bei, die Stadt stellt die Kulturhalle kostenlos zur Verfügung, die Werbegemeinschaft Schiefbahn, Jürgen Oberdörfer und Marc-Thilo Sagner machen mit.

Quelle: RP
 
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