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Willich
Prozess um gemeinschaftlichen Bandendiebstahl

Willich. Zwei Brüder aus Rumänien müssen sich wegen gemeinschaftlichen Bandendiebstahls vor dem Krefelder Landgericht verantworten. Sie sollen an insgesamt acht Einbrüchen in Krefeld, Willich und Umgebung beteiligt gewesen sein. Die Männer stehen im Verdacht, mit einer Einbrecherbande zusammengearbeitet zu haben, deren Mitglieder erst vor Kurzem in Krefeld zu Haftstrafen von bis zu fünf Jahren verurteilt wurden.

Der 42-Jährige und sein fünf Jahre jüngerer Bruder räumten die Vorwürfe weitgehend ein. Dem Gericht tischten sie eine ähnliche Geschichte wie mehrere der schon verurteilten Bandenmitglieder auf. Die finanzielle Misere in Rumänien sei für sie groß gewesen. Deshalb habe man sich entschieden, nach Deutschland zu fahren. Hier Straftaten zu begehen, war keinesfalls geplant, beteuerten sie. Der Ältere gab an, er sei mit dem Ziel nach Deutschland gekommen, hier ein Auto zu kaufen. Dafür habe er sogar eigene Ersparnisse mitgebracht. Mit dem Auto habe er dann wieder nach Rumänien zurückkehren wollen. Es sei geplant gewesen, mit dem in Deutschland gekauften Fahrzeug ein Luxus-Taxiunternehmen in seiner Heimat zu gründen. Schon kurz nach seiner Einreise habe er allerdings in Krefeld Bekanntschaft mit mehreren Landsleuten gemacht, die ihn dafür bezahlten, dass er sie zu den Tatorten fährt. Manchmal habe er auch die gestohlenen Zigaretten in Tüten packen und in den Wagen bringen müssen.

Auch der 37-Jährige gab an, er habe auf ehrliche Weise Geld verdienen wollen. Er habe gehört, dass es in Deutschland genügend Jobs für Hilfsarbeiter auf Baustellen gebe. Dafür seien noch nicht einmal Deutschkenntnisse nötig, weil so viele andere Rumänen dort arbeiten, glaubte er. Beide Angeklagte bestätigten, dass sie die Mittäter in einer Krefelder Gaststätte kennenlernten, die auch im vorangegangenen Verfahren schon als Treffpunkt, um sich für Straftaten zu verabreden, genannt wurde. Große Gewinne hätten sie allerdings nicht erzielt. Beide hätten dann aus eigenem Antrieb Abstand von der Bande genommen. Von Einbruchsdiebstählen in Deutschland wechselten sie dann zur Schwarzarbeit nach Belgien. In ihrer Heimat wurden die Brüder in diesem Jahr gefasst.

Die Brüder sollen unter anderem an dem Einbruch in einen Kiosk in Mönchengladbach beteiligt gewesen sein, in dem alleine Tabakwaren im Wert von 3700 Euro gestohlen wurden. Außerdem betrug der Sachschaden 2000 Euro. In einem Kiosk in Willich sollen Zigaretten im Wert von 4000 Euro und eine Kasse mit 150 Euro erbeutet worden sein. Auch hier verursachten die Täter beim Aufhebeln der Türen einen Sachschaden von 2000 Euro. Zwei Versuche, in Krefeld Tankstellen aufzubrechen, schlugen fehl. Die Verhandlung wird am 18. Oktober fortgesetzt.

(BL)
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