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Stadt Willich
Regiobahn ist noch nicht vom Tisch

Stadt Willich: Regiobahn ist noch nicht vom Tisch
Gesellschafter der 1992 gegründeten Regiobahn sind die Stadt Düsseldorf, der Rhein-Kreis Neuss, der Kreis Mettmann, die Stadt Kaarst, die Stadtwerke Neuss und die Stadtwerke Wuppertal. FOTO: Stefan Fries
Stadt Willich. Eine klare Absage will die Mönchengladbacher Politik dem Verkehrsprojekt nicht erteilen. Deutliche Kritik gibt es jedoch am bisherigen Verhalten der Betreiberfirma. Nun soll es weitere Gespräche geben. Von Marc Schütz

So negativ wie in Willich und im übrigen Kreis Viersen befürchtet steht die Mönchengladbacher Politik der Verlängerung der Regiobahn S 28 vom Kaarster See aus über Haltepunkte in Schiefbahn und Neersen bis Viersen anscheinend doch nicht gegenüber. Zwar wollen CDU- und SPD-Fraktion aus der Nachbarstadt eine gemeinsame Absichtserklärung der von der Regiobahn tangierten Kommunen nach wie vor in der vorliegenden Form nicht unterschreiben. "Aber die Beschlusslage lässt Luft für alles", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Hans Peter Schlegelmilch, und SPD-Kollege Felix Heinrichs stimmt zu: "Wir können nichts unterschreiben, wenn klar ist, dass Mönchengladbach ein Schaden entsteht. Das heißt aber nicht, dass man diesen Schaden nicht noch vermeiden könnte."

In der nächsten Sitzung des Mönchengladbacher Stadtrates am 17. Juni wolle man Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners (CDU) beauftragen, weiter mit den umliegenden Gemeinden und dem Betreiber der Regiobahn zu verhandeln. Reiners hatte ursprünglich eine Verwaltungsvorlage herausgegeben, in der er der Politik empfiehlt, die Absichtserklärung nicht zu unterschreiben. Am Mittwoch hat nun auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes im persönlichen Gespräch Reiners einen Brief an den Rat der Stadt Mönchengladbach übergeben und noch einmal eindringlich für die Regiobahn geworben. Zuvor hatten sich schon der Viersener Bürgermeister Günter Thönessen, die Landräte der Kreise Viersen, Neuss und Mettmann sowie Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel per Brief an ihn gewandt.

FOTO: Reichartz,Hans-Peter(hpr)

Und so gibt es nun einen kleinen Teilerfolg: "In der Mönchengladbacher Bezirksvertretung Ost hat es zur Verwaltungsvorlage einen umfangreichen Fragenkatalog gegeben. Da dieser Fragenkatalog und weitere Fragen, die die CDU/SPD-Mehrheit in einem Antrag zum Planungs- und Bauausschuss vorgelegt haben, in der gebotenen Sorgfalt nicht bis zur Ratssitzung am 17. Juni zu beantworten sind, habe ich die Verwaltungsvorlage zurückgezogen", so Reiners auf Nachfrage. Der Beschluss ziele zwar weiter darauf ab, die vorliegende Absichtserklärung derzeit nicht zu unterschreiben, fordere aber "auch ausdrücklich weitere Gespräche mit den kommunalen Nachbarn, um im Rahmen eines Gesamtpaketes Lösungen zu finden".

Nach Reiners' Einschätzung ist jetzt auch sehr stark die Politik gefordert, nach gemeinsamen Lösungen mit den kommunalen Nachbarn zu suchen. Wobei Schlegelmilch vor allem den Betreiber der Regiobahn in der Pflicht sieht, offene Fragen zu beantworten: "Der Auftritt der Regiobahn-Vertreter bisher war unterirdisch, ja geradezu peinlich. Wenn sich einer so verhält, habe ich doch kein Vertrauen, dass die vorgelegten Zahlen tatsächlich stimmen." Doch auch mit der Gladbacher Verwaltung geht Schlegel-milch hart ins Gericht: Der Vortrag der Verkehrsplaner sei "sehr tendenziös" gegen die Regiobahn gewesen. "Seit Jahren wird in der Verwaltung eine Anti-Haltung gegen die Regiobahn verbreitet", sagt Schlegelmilch. Woher diese komme, könne er nicht nachvollziehen. Andererseits gibt er zu bedenken, dass in Mönchengladbach in der Vergangenheit wichtige Infrastrukturprojekte gescheitert seien, weil die Anrainer-Kommunen dagegen waren. Aus Willich habe es zum Beispiel "wenig Unterstützung" gegeben, als es um den Flughafen ging.

Hans Peter Schlegelmilch (oben) und Felix Heinrichs sind für weitere Gespräche in Sachen Regiobahn. FOTO: hpr/ilg

Den Mönchengladbacher Politikern ist es wichtig, dass das Projekt Regiobahn nicht allein betrachtet wird. Auch Schienennetz-Vorhaben wie das RoCK-Projekt, die Verbindung zwischen Flughafen Düsseldorf nach Eindhoven mit einem Zwischenhalt in Gladbach und die Fortführung der S 8 müssten berücksichtigt werden. Laut Felix Heinrichs müssen die Wechselwirkungen der einzelnen Projekte untereinander berücksichtigt werden. "Wir wollen beispielsweise nicht, dass die Verbindung von Mönchengladbach in Richtung Niederlande schlechter wird."

Quelle: RP
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