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Stadt Willich
Schützen trotzen dem Regenwetter

Stadt Willich: Schützen trotzen dem Regenwetter
Am Samstagnachmittag nahm das Anrather Königshaus die Parade der Schützen bei trockenem Wetter auf dem Kirchplatz ab. Gestern Morgen gerieten die Sebastianer bei der Kranzniederlegung dann in einen Regenschauer. FOTO: Achim Hüskes
Stadt Willich. Die Anrather Sebastianer feiern mit dem Königshaus um Ernst und Marlene Kiwitz ihr Brauchtum. Heute soll beim Vogelschießen eine neue Majestät ermittelt werden. Bis gestern Nachmittag gab es aber noch keinen Bewerber. Von Willi Schöfer

Ein gutes Gespür hatte gestern die St.-Sebastianus-Bruderschaft: Kurz nachdem der Kranz an der Gedenkstätte des Friedhofes platziert war und der Platzregen einsetzte, erreichte der Pulk der Schwarz-, Rot- oder Grünröcke das Festzelt. Die Regenwolken rissen danach auf, Anrath konnte weiter feiern und das Fest genießen.

"Achtung, präsentiert das Gewehr", war eines der vielen Kommandos von Platzmajor Klaus Calberg (61), der in dieser Funktion seit 2004 tätig ist und beruflich als Strafvollzugsbeamter im Anrather Männergefängnis arbeitet. Er hatte einen der Bäckermeister der Anstalt, Karl-Heinz von den Bruch, überreden können, diesmal für die Bewohner des Josefstiftes die "Pruume-Taat" zu backen, Am Samstag gab das Regiment dort mit einem kleinen Ständchen den Pflaumenkuchen aus.

Beim Frühschoppen im Festzelt wurden gestern langjährige und verdiente Anrather Schützen geehrt. FOTO: Hüskes

"Es ist bisher optimal gelaufen", sagt Präsident Christian "Lupo" Lüpertz sehr zufrieden. "Ich kann nur jedem empfehlen, einmal hier oben als König zu stehen und dies mit zu erleben", kommentierte freudestrahlend Schützenkönig Ernst Kiwitz die ersten Ereignisse und Festbälle. Auch beim Königsball zeigte sich Kiwitz, der am 17. September 61 Jahre alt wird und beruflich als Lkw-Fahrer kreuz und quer im In- und Ausland unterwegs ist, als guter Führer und Lenker. In den Armen seiner Ehefrau Marlene gab es bei Walzer und Disco-Fox nur die besten Haltungsnoten. Ebenso für die Ministerpaare Ralf und Andrea Oerschkes sowie Thomas und Ina Münch. Natürlich erlebte unter anderem der königliche Offizier Marco Gotzes mit den beiden Wachzügen, den "Meisterschützen" und den "Brave Jonges", schöne und harmonische erste Festtage. Die Verbundenheit mit der Bruderschaft dokumentierten einmal mehr die Seelsorger der katholischen und evangelischen Gemeinden. Obwohl am Samstag ein katholischer Gottesdienst angesagt war, las neben Markus Poltermann auch der evangelische Pfarrer Christoph Kückes aus dem Evangelium.

Die vielen eigenen Gruppen, die gestern bei Festzug und Parade um zahlreiche auswärtige Abordnungen ergänzt wurden, waren gut drauf. Angefangen von der Zylinder-Gruppe "Chapeau Claque" über die "Anrötsche Jonges" bis zu den weiblichen rot-weißen Musketieren. Aus den Reihen der Musketiere kamen diesmal Jungschützenkönigin Michelle und Schülerprinzessin Katharina. Die "Anrather Mädels" gehören ebenfalls seit Langem dazu. Aus ihren Reihen war im vergangenen Jahr sogar mit Natascha Oerschkes die erste Schützenkönigin der Anrather Bruderschaft hervorgegangen.

Gestern beim musikalischen Frühschoppen bat Schützenchef "Lupo" Lüpertz gleich vier "Anrather Mädels" auf die Bühne im Festzelt: Natascha Oerschkes, Nadine Limbach, Yvonne Otto und Melissa Kloss wurden ebenso wie Christian Bützer vom "1. Westfälischen Feldartillerie-Regiment Nr. 7" zum Leutnant befördert.

Geehrt wurde außerdem für seine 25-jährige Mitgliedschaft in der Formation "Chapeau Claque" Hermann-Josef Bommes. Gut besucht waren bisher die eintrittsfreien Veranstaltungen im Festzelt. So die Take-Off-Party mit DJ Norbert zu Beginn oder der große Festball mit "Xist" am Samstagabend. Gestern war die Coverband "Good Vibes" an der Reihe, am heutigen Abend spielt "Klangstadt".

Dennoch wirkte gestern der Präsident etwas betrübt, "denn wir haben noch keinen Königsanwärter, das könnte morgen ganz schön eng werden", meinte Lüpertz. Jedenfalls ging bis zum Redaktionsschluss keine Bewerbung an. Mal schauen, ob und wer sich heute traut. Nicht ausgeschlossen ist, dass wieder mal eine junge Frau beim Vogelschuss angenehm auffällt.

Quelle: RP
 
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