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Stadt Willich
Schützenfest im Zeichen der Jugendlichen

Stadt Willich. In diesem Jahr repräsentieren die Jugendlichen und Kinder die St. Sebastianus Bruderschaft 1802 Neersen beim Schützenfest. Sie machen ihre Sache trotz Hitze wirklich gut. Von Nadia Joppen

"Wir möchten die Präsenz der Bruderschaft für die Gäste zeigen und so unsere Gäste angemessen empfangen" - viel Aufhebens macht Jungschützenkönig Joshua Schälich nicht von der Tatsache, dass in diesem Jahr das Jungschützen- und das Kinderköniginnenhaus im Kinderkönigin Milena Feldhaus an der Spitze des Schützenregiments der St. Sebastianus Bruderschaft Neersen steht. Die Jugend werde vom Präsidium der Bruderschaft gut unterstützt, meinte Schälich weiter.

Die Bruderschaft feierte am Wochenende ihr Schützenfest ohne "großes Königshaus", aber trotzdem mit sehr guter Stimmung - wenn auch nachdenkliche Momente nicht fehlten. Die Schützen hatten am Samstagvormittag erfahren, dass ihr langjähriger Schriftführer Heiko Stolarski nach kurzer, schwerer Krankheit in der Nacht von Freitag aus Samstag verstorben war. Ihm zu Ehren gab es am Samstagabend beim Festabend im Zelt eine Gedenkminute und eine Würdigung des Verstorbenen durch den Bruderschaftspräses Markus Poltermann. "Alle im Zelt, Schützen und Gäste, waren ergriffen", berichtete Schatzmeister Dieter Jinkertz - und auch, dass der Kranke erst vor drei Wochen den Hohen Bruderschaftsorden des Bundes der historischen Schützenbruderschaften Deutschlands erhalten habe. Ein ganz anderer Punkt am gleichen Abend war eine seltene und hohe Auszeichnung: Josef Vennen, Kaiser der Stabsabteilung, wurde zum Marschall ernannt - eine Ehrung, die traditionell nur an einen Schützen verliehen wird und bis zum Lebensende gilt - auch wenn der Schütze ev. nur noch passives Mitglied in der Bruderschaft ist. Außerdem erhielten Josef Stieger, Jan Hellwig und Philipp Meyer das Silberne Verdienstkreuz.

Die Neersener Schützen bewältigten etliche Herausforderungen sehr gut: Am Samstagnachmittag mussten sie weite Strecken laufen, denn die Kinderkönigin Milena wurde an ihrem Wohnort in Niederheide abgeholt, dann ging es zu den anderen traditionellen Stationen. Der Bruderschaftsvorstand hatte angesichts der Temperaturen eine Erleichterung bei der Kleidung angeordnet: Die Schützen marschierten ohne Jacke - eine Mail des Präsidenten Robert Brintrup an die Schützen habe mit den Worten geendet "Achtet auf eure Gesundheit!" Glücklicherweise lief aber trotz Temperaturen um 40 Grad alles problemlos ab.

Bedauerlich wohl: Die Freitagabend-Auftaktparty mit Booster war wegen der Hitze nicht so gut besucht, dafür war die Stimmung bei den Besuchern aber ausgezeichnet und die Band habe das gewohnt gut begleitet, berichtete Pressewart Jan Vennen.

Am Samstagabend beim ersten Ball mit der Band "California Blue" sei die Stimmung ebenfalls sehr gut gewesen - die Königstänze absolvierten Jungschützen- und Kinderköniginnenhaus gemeinsam, bevor die Kids aus dem Zelt geleitet wurden, nicht ohne Lob. "Die Kleinen schlagen sich super, wirklich", so Jinkertz.

In diesem Jahr bot das Podium den Zeltbesuchern ein neues Bühnenbild: Die alte Holzkonstruktion, die entsprechend schwer aufzubauen war, ist durch ein Bild auf Plane ersetzt worden: Die Vorlage hatte Walter Schmitz gezeichnet, der auch schon für das alte Bühnenbild verantwortlich gewesen war. Dank der Mitarbeit des Schützen Oliver Beck war dann die Plane mit den Motiven Schloss Neersen, Wahlefeldsaal und Altes Kloster gefertigt worden.

Heute geht das Schützenfest weiter: Um 10 Uhr beginnt der Klompenball im Zelt, um 14.20 Uhr der Vogelschuss für den nächsten Jungschützenkönig und ab 15.30 Uhr findet das Trophäenschießen und der Vogelschuss für den nächsten "großen König" statt. Am Abend ist "Popp verbrenne" und dann Ball im Festzelt.

Quelle: RP
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