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Stadt Willich
Schützenplatz als Notsammelplatz

Stadt Willich: Schützenplatz als Notsammelplatz
Derzeit ist der Schützenplatz nur teilweise befestigt. Das soll sich bald ändern, damit dort Menschen behandelt werden können, wenn es im Flüchtlingsheim im Katharinen-Hospital brennen sollte. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Wie kann sichergestellt werden, dass die Flüchtlinge im Katharinen-Hospital im Fall eines Brandes sicher aus der Gefahrenzone kommen und Verletzte gut versorgt werden können? Darum wird es in der Ratssitzung nächste Woche gehen. Von Nadia Joppen

Ein eigentlich unspektakulärer Antrag der FDP zum Haushalt 2016 hat im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwochabend für Diskussionen und eine Vertagung in den Rat gesorgt: Die Liberalen hatten gefordert, die Verwaltung solle prüfen, "ob es möglich ist, den Schützenplatz in Alt-Willich zu beleuchten und welche Kosten hierfür entstehen". Die Verwaltung hatte für diesen Prüfauftrag Kosten in Höhe von 84.000 Euro veranschlagt - die Höhe der Summe hatte die Fraktionsvorsitzenden Johannes Bäumges (CDU) und Hans-Joachim Donath (FDP) stutzen lassen. Die Technische Beigeordnete Martina Stall erklärte diese Kosten mit einer anderen Tätigkeit der Verwaltung auf dem Schützenplatz: Dort müsse eine Fläche für Evakuierungen, Betreuung und Behandlung bei einem Brand in der Flüchtlingsunterkunft der Bezirksregierung (früheres Katharinen-Hospital) befestigt werden - in einer Dimension von 3000 Quadratmeter.

Martin Zinnel, der Leiter des Geschäftsbereichs Einwohner und Ordnung, erklärte auf Anfrage der RP gestern die Hintergründe: Wenn es in der Flüchtlingsunterkunft ein "bestätigtes Feuer" (Ein Mitarbeiter prüft einen Alarm der Brandmeldeanlage, bestätigt der Feuerwehr den Brand, und diese löst einen Einsatz aus) gibt, greift ein genau festgelegter Rettungsplan: Rund um das Gebäude werden zwei Drehleitern, fünf Einsatzfahrzeuge und drei Rettungswagen mit entsprechender Ausrüstung zur Brandbekämpfung aufgebaut - die derzeit 450 Bewohner der Unterkunft müssen andererseits schnell und sicher aus der Gefahrenzone zu einem geeigneten Sammelplatz gebracht werden. Die Situation beim Katharinen-Hospital werde dadurch erschwert, dass die Bewohner mit bis zu acht Menschen in einem Zimmer wohnen, sie kein oder kaum Deutsch können, häufig traumatisiert oder durch das Feuer verletzt sein können.

Je nach Zahl der Verletzten/Betroffenen schickt der Kreis zwischen zehn und 50 Fahrzeuge für den Patiententransport, und der Behandlungsplatz für den "Massenanfall von Verletzten" muss aufgebaut werden - die notwendigen Fahrzeuge wiegen bis zu 16 Tonnen. Bei den Überlegungen zur Problemlösung hätten unterschiedliche Aspekte abgewogen werden müssen: Der jetzt schon befestigte Teil des Schützenplatzes hätte ausgereicht - hätte aber auch ganzjährig gesperrt werden müssen. Damit wäre die Fläche als Park- und Veranstaltungswiese etwa für Zirkuszelte entfallen.

Nach intensiver Abwägung aller Vor- und Nachteile für diese Variante hatte sich der Verwaltungsvorstand zur Alternative - Befestigung der Rasenfläche - entschieden. Das wiederum bringt ab 2016 und in den Folgejahren auch Vorteile für den Aufbau des großen Schützen-Festzeltes.

Während der zehn Tage rund um Schützenfest und Kirmes wird als alternative Rettungsfläche auf der Bahnstraße von der Burgstraße bis zum Kreisverkehr ein absolutes Halteverbot eingerichtet - damit stehen die Parkplatz-Flächen für die Rettungskräfte zur Verfügung. Allerdings, so Zinnel, habe die Verwaltung das ganze Thema sehr kurzfristig bearbeiten müssen, weil auch die Ankündigung der Bezirksregierung zur veränderten Belegungsstrategie auch erst kurzfristig erfolgt sei.

Das Thema hatte im Ausschuss für Nachfragen gesorgt: So wollten Wolfgang Dille und Franz Auling (CDU) wissen, ob denn - wenn der Schützenplatz als Evakuierungsfläche reserviert sei - die Durchführung des ASV-Schützenfestes mit Kirmes gesichert sei. Das bestätigte die zuständige Beigeordnete Brigitte Schwerdtfeger.

Kämmerer Willy Kerbusch sicherte zu, dass die Verwaltung für die Ratssitzung eine vollständige Vorlage mit der Erläuterung des Sachverhaltes erarbeiten werde. Diese solle vor den Haushaltsberatungen diskutiert werden. Die Ergebnisse wiederum sollen dann in den Haushalt 2016 einfließen.

Quelle: RP
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