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Stadt Willich
"Schule ist eine Wundertüte"

Stadt Willich. Beim Neujahrsempfang der Robert-Schuman-Gesamtschule Willich sprach Schulleiterin Ute Will-Nieding von besonderen Herausforderungen. Von Bianca Treffer

Ein Stück Rückblick, ein bisschen Ausblick und humorvoll vorgetragene Kritik mit dennoch sehr ernst gemeinten Untertönen - so präsentierte sich der Neujahrsempfang der Willicher Robert-Schuman-Gesamtschule. Schulleiterin Ute Will-Nieding sprach von einem anstrengendem Jahr 2015. "Was nicht zuletzt an meiner persönlichen Situation lag", bemerkte sie lächelnd und spielte damit auf ihre beiden gebrochenen Arme an, die sie im Alltag doch sehr einschränkt hatten.

Nichtsdestotrotz funktionierte Schule, was nicht zuletzt an der guten Zusammenarbeit von Schulleitung und Kollegiums lag. Etwas, wofür Will-Nieding ihren herzlichsten Dank aussprach. Das hervorragende Musical "Der Zauberer von Wi", die weitere Schulpartnerschaft mit Spanien, die im vergangenen Jahr mit gegenseitigen Besuchen anlief und der erstmals organisierte Berufsinformationstag der Stadt Willich, es gab viele besondere Begebenheiten in 2015.

Auch der Tagesablauf in der Gesamtschule veränderte sich. Statt Unterricht im 45-Minuten-Takt ist Lehren und Lernen im 90-Minuten-Raster eingeführt worden, was wiederum eine gemeinsame Mittagspause von etwas mehr als 1100 Schülern nach sich zog sowie ein breites Angebot von Sport und Kultur mit vielen externen Partnern rund um die Mittagspause. "Schule ist eine Wundertüte geworden. Man weiß nie, wie sich denn diese Wundertüte Schule weiter entwickeln wird", meinte die Schulleiterin. Sie sprach von gestiegenen Anforderungen an die Lehrer, der pädagogischen Herausforderung, Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf in Regelklassen zu integrieren als auch über die Integration von Flüchtlingskindern. Alles Dinge, die man schaffen wolle, aber für die man auch Hilfe benötige und zwar von Politik, Verwaltung und Bezirksregierung.

Beim Thema Hilfe wurde Ute Will-Nieding sehr deutlich. Sie merkte kritisch an, dass Schulen, die sich in privater Trägerschaft befinden, mehr Hilfen erhielten als städtische Einrichtungen. Sie spielte damit auf städtische Gelder für das St.-Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn an, mit denen jetzt unter anderen die Pausenräume gestaltet worden waren. "Ich gönne das dem St. Bernhard, frage aber, warum unsere Pausenräume durch den Förderverein finanziert werden und die Schüler selber anstreichen musste", sagte Ute Will-Nieding. Im gleichen Atemzug verwies sie auf die seit Jahren bestehenden Probleme mit der Heizung der Gesamtschule, die nicht ausreichend beheizte Klassenrauem mit sich bringt und die Tatsache, dass seit drei Jahren ein vom Förderverein gestifteter Wasserspende nicht genutzt werden kann, weil bei den regelmäßigen Untersuchungen Keime im Wasser festgestellt werden, aber das Problem nicht beseitigt würde.

Willichs Bürgermeister Josef Heyes ging auf die Probleme ein. "Wir werden uns darum kümmern", versprach er. Heyes betonte, dass in Willich keine Schule vernachlässigt werden würde. Das St.-Bernhard- Gymnasium habe bei der Übernahme durch die Stadt einen Investitionsstau gehabt und der müsse entsprechend gelöst werden, fügte er erklärend an.

Das Motto der Willicher Gesamtschule für 2016 lautet mit "Volldampf voraus" und unter diesem Motto sollen auch die kleinen und großen Probleme gelöst werden.

Quelle: RP
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