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Stadt Willich
Schulen trotzen den Terrorgefahren

Stadt Willich: Schulen trotzen den Terrorgefahren
Die Willicher Robert-Schuman-Europaschule bereitet zurzeit eine London-Fahrt für den neunten Jahrgang im kommenden Schuljahr vor. Das Foto zeigt eine Szene auf der Tower Bridge. FOTO: Merle Schmalenbach/dpa
Stadt Willich. Die aktuelle Weltlage beschäftigt auch die Willicher Schulen in puncto Stufenfahrten und Austauschprgrammen in von Terror betroffene Großstädte. Bislang halten die Schulen an ihren gewohnten Fahrten fest. Von Bianca Treffer

Sicherheit steht für alle Schulen in Willich an erster Stelle. Das gilt auch für den Bereich der Klassen- und Stufenfahrten. Auch wenn es hier in den vergangenen Wochen einige Überlegungen gab, ob Fahrten wie gewohnt durchgeführt werden können, so sind die letztendlichen Entscheidungen zu Gunsten der Touren ausgefallen. "Es gibt keine Veränderungen. Wir führen alle Fahrten wie geplant durch. Dazu gehört auch eine London-Fahrt für den neunten Jahrgang im kommenden Schuljahr. Wobei wir diese Fahrt gerade planen", sagt Ute Will-Nieding. Solange keine Lage auftreten würde, die eine Fahrt unmöglich mache, nehme alles seinen gewohnten Gang, fügt die Schulleiterin der Willicher Robert-Schuman-Europaschule an.

Dass Sicherheit immer vorgeht, hat Will-Nieding schon bei einer Israel-Fahrt gezeigt. Aufgrund einer aktuellen Situation im Land wurde die Tour seinerzeit früher abgebrochen. "Sicherheit geht immer vor. Wir bringen keinen Schüler in Gefahr und reagieren sofort", betont Will-Niedung. Für die Eltern heißt dies aber auch, wenn sie nicht möchten, dass ihr Kind an den vorgesehenen Fahrten teilnimmt, wird dieser Wunsch ohne Wenn und Aber akzeptiert. Wobei es diesen Fall an der Schule schon gab.

"Köln, Düsseldorf, Berlin - theoretisch könnten wir nirgends mehr hinfahren. Es kann überall etwas passieren", bemerkt Will-Niedung und macht damit klar, dass Terror überall und jederzeit zuschlagen kann. Das sieht auch Andreas Päßler, der stellvertretende Schulleiter des St. Bernhard Gymnasiums so. Daher möchte auch das Schiefbahner Gymnasium nichts ausfallen lassen bzw. Fahrten ändern. "Die Fahrten sind wichtig. Das gilt auch für die Austausche. Die Schüler sollen europäische Städte kennenlernen, Terror hin oder her. Das Ziel dieser Menschen ist es doch, Europa zu entzweien und das gesellschaftliche Leben zu zerstören. Dem kann man sich nicht unterordnen", sagt Päßler. Er gibt ehrlich zu, dass es schon mal ein mulmiges Gefühl gebe, wenn man sich in den Großstädten an bekannten Plätzen als Großgruppe sammle, aber nichtsdestotrotz müsse man die Grundwerte weiter vertreten. Ob der Austausch mit der Partnerschule in Frankreich, Wochenenden in Paris oder London - das St. Bernhard Gymnasium hält an seiner langen Tradition dieser Fahrten fest. Wenngleich auch hier gilt, wenn Eltern sich gegen eine Teilnahme ihres Kindes aussprechen, wird dies akzeptiert. "Eine absolute Sicherheit gibt es nicht", bringt es Thomas Prell-Holthausen auf den Punkt. Daher geht auch am Lise-Meitner-Gymnasium alles seinen gewohnten Gang. Es sei die falsche Antwort zu sagen, man fahre als Schule nicht mehr, fügt der Schulleiter an.

Ob Berlin, Weimar oder andere Touristenmetropolen, die Fahrten laufen weiter und auch bei den Austauschprogrammen mit den USA, China und Lettland sind keine Veränderungen eingetreten. Eins würde Prell-Holthausen in seiner Funktion als Schulleiter aber derzeit nicht genehmigen und das sind Reisen in arabische Länder, einschließlich der Türkei. Die ungewisse Rechtslage, gerade auf die Türkei bezogen, macht Sorgen. Und unnötige Risiken will man am Lise-Meitner-Gymnasium nicht eingehen. Ein ist klar, allen Schulen ist es wichtig, die bestehenden Grundwerte trotz Terror nicht zu verlieren. Denn genau darauf zielen Attentate dieser Art ab.

Quelle: RP
 
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