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Stadt Willich
Schulleiterin Karin Vogt geht in Ruhestand

Stadt Willich. "Ich wünsche mir, dass die Kinder so liebenswert bleiben und dass meine Kollegen die Neugier und Fröhlichkeit behalten, wozu auch ein Schuss Gelassenheit gehört", sagte Karin Vogt. Obwohl sie es so gewollt hatte, musste die 63-Jährige gestern erst einmal schlucken und die Tränen unterdrücken. Die Alt-Willicherin sagte nämlich Servus. Karin Vogt wurde als Leiterin des Schiefbahner Astrid-Lindgren-Grundschule verabschiedet, sie geht in den vorzeitigen Ruhestand. Bis ein neuer Leiter oder eine Leiterin da ist, wird nach den Sommerferien der bisherige Konrektor Stephan Mumm kommissarisch die Gemeinschaftsgrundschule an der Wilhelm-Busch-Straße 4 führen.

Tränen der Rührung hatte es bei Karin Vogt schon am Morgen gegeben, als vor vielen Eltern, darunter auch der Schulpflegschafts-Vorsitzende Andreas Plett, die Kinder aus den zwölf Klassen Tschüss sagten. Sie musizierten, sangen, trugen Gedichte oder Sketche vor. Karin Vogt erhielt unter anderem ein Sparschwein, das jedes der Grundschulkinder mit einem "Rentengroschen" gefüllt hatte, es kamen 265 Ein-Cent-Stücke zusammen. Am frühen Nachmittag dann vor weiteren Gästen, darunter unter anderem Vertreter anderer Schulen, Schulverwaltung, Förderverein und Schulamtsdirektor Thomas Bongartz, folgte die offizielle Verabschiedung, bei der auch Willichs Bürgermeister Josef Heyes der Pädagogin Dank aussprach.

Von einer Elternpause abgesehen, war Karin Vogt seit 1974 im Schuldienst. Zehn Jahre führte die Befürworterin des freien Lernens die Schiefbahner Grundschule mit ihren derzeit 265 Kindern und zwölf Klassen. Nach den Sommerferien wird es eine Klasse weniger sein.

Karin Vogt stellte rückblickend vor allem heraus, dass es ihr mit den Kollegen und der Schulpflegschaft im Jahr 2008 gelungen sei, trotz mancher Widerstände aus dem politischen Raum die Schule von Agnes Miegel in Astrid Lindgren umzubenennen. Und auch die vielen Struktur-Veränderungen und die Vielzahl neuer Richtlinien und Verordnungen habe sie mit ihrem Team gemeistert, wenngleich sie doch an die Politiker eine Bitte hatte: "Dass dem Kollegium auch in nächster Zeit nichts übergestülpt wird, sondern dass es bei künftigen Neuerungen oder Reformen mehr Zeit als bisher hat, diese auch umzusetzen." Karin Vogt dankte allen Wegbegleitern, darunter den aktiven Eltern in den Gremien oder den Mitarbeiterinnen der OGS.

Mehr Zeit wird sie jetzt für die Literatur, aber vor allem für die Bewegung und für den Sport haben. "Ich werde mehr Radfahren, Tennis spielen und es auch mal mit dem Golfen versuchen", sagte die scheidende Rektorin, die sich mit ihrem Mann Heribert auch vorgenommen hat, mehr ferne Länder und Leute kennenzulernen. Und was sie ebenfalls in die Tat umsetzen möchte: "Mich ehrenamtlich um die Flüchtlinge in Willich zu kümmern, sie in der deutschen Sprache zu unterrichten."

(schö)
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