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Stadt Willich
Sicher unterwegs auf großer Fahrt

Stadt Willich: Sicher unterwegs auf großer Fahrt
Polizeioberkommissar Martin Gennert erklärt in Anrath, was beim Ankuppeln eines Wohnwagens zu beachten ist. Vor allem sollten Urlauber darauf achten, ihr Gespann nicht zu überladen. FOTO: Achim Hüskes
Stadt Willich. Mancher hängt jetzt wieder den Wohnwagen ans Auto, um in den Urlaub zu starten. Bevor es aber losgeht, sollte an Einiges gedacht werden. Polizist Martin Gennert gibt Tipps für die sichere Fahrt. Von Bianca Treffer

Das eigene Zuhause, rollend hinter sich herziehen - Urlaub mit dem Wohnwagen erfreut sich großer Beliebtheit. Und doch kommt es vor, dass einige der Gespannfahrer ihren Urlaub beenden müssen, bevor er überhaupt angefangen hat. "Eines der größten Probleme ist die Überladung des Wohnwagens", berichtet Polizist Martin Gennert von der Direktion Verkehr/Verkehrunfallprävention. Die Zuladekapazität müsse unbedingt eingehalten werden. Viele Reisende seien sich allerdings nicht klar darüber, wie schnell ein solches Gewicht, das je nach Wohnwagen variiert, erreicht wird.

Allein das Gewicht der Gasflaschen, selbst wenn es sich um Alu-Varianten handelt, bringt schon Einiges auf die Waage. Porzellan wiegt ebenfalls schwer, daher schafft die Kunststoffvariante ein Gewichtsplus. Kommen dann noch Konserven, Sportgeräte und Co. dazu, sind Kilogrammzahlen erreicht, die nicht zugelassen sind. Ganz wichtig ist es daher auch, ohne gefüllten Wassertank zu fahren - so wird Gewicht gespart.

Der Grund für das zulässige Höchstgewicht eines Gespanns: Eine Überlastung des Fahrwerkes und der Reifen kann dramatische Folgen haben. Die Reifen walken zu sehr und könnten platzen. Die Bremswege erhöhen sich, und die Schleudergefahr des Anhängers ist groß. "Oft ist es so, dass das angegebene Leergewicht eines Caravans nicht mit dem tatsächlichen übereinstimmt. Es ist empfehlenswert, den Wohnwagen einmal auf die Waage eines Raiffeisenmarktes oder eines Abfallentsorgungsbetriebes zu fahren, um das wirkliche Leergewicht zu erfahren und entsprechend genau zu wissen, was man zuladen darf", rät Gennert.

Eine gute Verteilung des Gewichtes ist genauso wichtig wie die Einhaltung der Stützlast. Ein Unter- oder Überschreiten der Stützlast an der Anhängerkupplung führt ebenfalls zu einer erhöhten Schleudergefahr. Generell gilt: Je schwerer das Zugfahrzeug und je leichter der Wohnwagen, umso fahrstabiler geht es los. "In Süddeutschland sind auf bestimmten Autobahnabschnitten Sensoren in der Fahrbahn, die das Gewicht messen. Also nicht wundern, wenn man angehalten wird und gar nicht erst auf die Waage muss", klärt Gennert auf.

Selbstverständlich darf auch die Anhängelast des Zugfahrzeuges nicht überschritten werden. Der Luftdruck muss indes nicht nur in den Autoreifen stimmen, sondern ebenso am Wohnwagen. Nicht zu vergessen ist auch eine Kontrolle der Wohnwagenreifen auf Risse oder andere Beschädigungen. Körbe und Fahrradtaschen von Rädern, die außen transportiert werden, sind abzunehmen. "Auf eine gute Sicherung der Räder ist zu achten. Kleinigkeiten, wie das Festdrehen des Klingeldeckels, sollten erfolgen. Beim Fahrtwind kann sich ein solcher losdrehen und als Geschoss auf der Autobahn für schwere Unfälle sorgen", warnt Gennert. Auch im Inneren des Wohnwagens muss alles während der Fahrt gesichert sein und darf nicht lose herumliegen.

Wer ein Zugfahrzeug fährt, das schmaler als der Wohnwagen ist, braucht entsprechende Spiegelverlängerungen am Fahrzeug. Ganz wichtig ist es auch, vor der Fahrt die Gasflaschen zuzudrehen. "Während der Fahrt dürfen weder ein gasbetriebenes Kühlgerät noch eine Heizung laufen. Die Ausnahme sind Wohnwagen mit der sogenannten Crash-Sicherung. Diese eigens installierte und TÜV-abnahmepflichtige Sonderausrüstung schaltet die Gasflaschen automatisch ab, wenn es zu einem Unfall kommt", erklärt Gennert. Die alle zwei Jahre stattfindende Gasprüfung versteht sich von selbst, weil ansonsten keine TÜV- Bescheinigung erfolgt.

Wer den Wohnwagen ankoppelt, sollte immer prüfen, ob die Kupplung richtig sitzt. Niemals ist das Bremsabrisskabel zu vergessen, und "man sollte auch daran denken, das Bugrad nach oben zu schrauben und zu arretieren", sagt Gennert. Ein Blick in den Führerschein ist vor der Fahrt hilfreich. Denn entsprechend der Führerscheinvariante dürfen nur bestimmte Gewichtsklassen an den Wagen gehängt werden. Und wer seinen Wohnwagen mit Tempo 100 statt mit den üblichen 80 km/h ziehen möchte, muss vorab bestimmte Auflagen erfüllen und erhält dann eine Bestätigung durch einen Kfz-Sachverständigen. Dazu gehören unter anderem eine Anti-Schlingerkupplung und Wohnwagenreifen, die jünger als sechs Jahre sein müssen sowie über eine entsprechende Geschwindigkeitskategorie verfügen.

Quelle: RP
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