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Stadt Willich
Sonnenaufgang am Kratergipfel

Stadt Willich: Sonnenaufgang am Kratergipfel
Wieder wohlbehalten zurück: Der 17-jährige Jakob Schütte zeigt seine Ausrüstung, mit der er zusammen mit seinem Vater in einer geführten Gruppe den afrikanischen Berg Kilimanjaro erklomm. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Eigentlich wollte sich Jakob Schütte mit der Kilimanjaro-Besteigung lediglich einen Traum erfüllen. Gleichzeitig lässt der 17-jährige Anrather mit seiner Tour auch das Spendenbarometer bei Action Medeor klettern. Von Bianca Treffer

Der Blick auf den Kontostand des Action Medeor-Spendenkonto "Kilima2015" lässt Jakob Schütte strahlen. "Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen spenden und eine solche Summe zusammenkommen würde", freut sich der 17-Jährige. Etwas anderes hätte er sich vor wenigen Wochen aber auch noch nicht träumen lassen, nämlich dass er es schafft, den höchsten Berg in Afrika zu besteigen. Vor drei Jahren kam bei Jakob und seinem Vater Clemens Schütte die Idee auf, gemeinsam nach Tansania zu reisen und den Kilimanjaro zu besteigen. "Mein Onkel und mein Cousin wollten ebenfalls mitmachen", erinnert sich Jakob. Doch irgendwie verlief das Ganze im Sande.

Der Traum blieb weiterhin bestehen, und Anfang des Jahres entschloss sich das sportlich visierte Vater-Sohn-Gespann die Tour zu zweit anzugehen. Als Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums kamen für Jakob nur die Sommerferien in Betracht, zumal auch das Wetter in Tansania für die Bergbesteigung berücksichtigt werden musste. Die beiden buchten die Tour über einen entsprechenden Anbieter und starteten nach Wochen intensiven Ausdauertrainings am 23. Juli von Frankfurt aus in Richtung Afrika. Vorab rief Jakob noch die Spendenaktion für Action Medeor gemeinsam mit dem Hilfswerk ins Leben rief. "Eine spontane Idee, die darin begründet liegt, dass Action Medeor auch in Tansania aktiv ist und ich dachte, das sei eine gute Gelegenheit, um auf die Arbeit des Medikamentenhilfswerkes aufmerksam zu machen", sagt der Abiturient, der Action Medeor von einem Praktikum gut kennt.

In einer Gruppe von insgesamt sieben Touristen, darunter ein weiteres Vater-Sohn-Gespann aus dem Rheinland und drei amerikanische Studenten, ging es in Afrika in Begleitung von Führern, Trägern und einem Koch auf der Marangu-Route los. "Sie wird auch Coca-Cola-Route genannt, weil sie die leichteste ist, um auf den Kilimanjaro zu gelangen", verrät Jakob. Der erste Tag führte die Gruppe durch den Dschungel von 1800 auf 2700 Meter. Diese Etappe bezeichnet Jakob dabei als die einfachste. Schon der zweite Tag, der durch eine Art Moorlandschaft ohne Bäume führte, gestaltete sich bedeutend anstrengender. "Wir hatten einen fantastischen Blick auf den Gipfel, wobei sich die Höhenluft aber bereits bemerkbar machte", erinnert sich der 17-Jährige. Der dritte Tag diente der Akklimatisierung. Am vierten Tag stand der Anstieg zum letzten Basislager an. Es ging über eine alpine Wüste aus Geröll und Steinen. Punkt 24 Uhr ging es in stockdunkler Nacht eine steile Strecke über weiteren steinigen Untergrund los. Nach sechseinhalb Stunden Aufstieg kam die Gruppe pünktlich mit dem Sonnenaufgang am Gilman´s Point in 5700 Meter Höhe an. "Es war einmalig. Der Ausblick vom Kraterrand des Kilimanjaros in den Sonnenaufgang ist mir unvergesslich geblieben", schwärmt Jakob. Nach dem anderthalbtägigen Abstieg folgte eine einwöchige Fotosafari durch die Serengeti.

Quelle: RP
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