| 16.43 Uhr

Stadt Willich
Sparkasse sperrt nachts ab

Fotos: Diebe sprengen Geldautomaten in Willich
Fotos: Diebe sprengen Geldautomaten in Willich FOTO: Jungmann
Stadt Willich. Mit einem Gasgemisch haben Unbekannte in der Nacht zu gestern einen Geldautomaten der Sparkassen-Filiale in Schiefbahn gesprengt. Kein Einzelfall. Die Sparkasse wird die Foyers deshalb ab sofort nachts schließen Von Andreas Cüppers

Zum zweiten Mal binnen einer Woche ist in der Stadt Willich der Geldautomat einer Sparkassen-Filiale gesprengt worden. In der Nacht zu Donnerstag schlugen die unbekannten Täter wieder zu, die vermutlich für eine ganze Reihe von ähnlichen Fällen im Rheinland verantwortlich sind. Tatort diesmal: die Geschäftsstelle an der Hochstraße in Schiefbahn.

Laut Polizeibericht waren zwei Anwohner – eine 52-jährige Frau und ein 34-jähriger Mann – gegen 3.30 Uhr durch einen lauten Knall aufgeschreckt. Als sie zwei verdächtige Personen an der Sparkassen-Filiale sahen, alarmierten sie die Polizei. Als die Einsatzkräfte eintrafen, waren die Täter bereits geflüchtet. Eine groß angelegte Fahndung, an der sich auch ein Polizeihubschrauber beteiligte, blieb erfolglos.

Mit Gasgemisch gesprengt

Nach den bisherigen Erkenntnissen haben die Einbrecher eine Seiteneingangstür zu der Filiale aufgebrochen. Mit Hilfe eines Gasgemischs sprengten sie dann einen der beiden Geldautomaten und erbeuteten das darin befindliche Bargeld. Über die Höhe der Beute ist nichts bekannt. Der Sachschaden durch die Explosion beträgt nach Angaben der Polizei einige zigtausend Euro.

Offensichtlich hatten die Einbrecher auch die Sprengung des zweiten Geldautomaten vorbereitet. Die Polizei geht davon aus, dass sie aber von den Zeugen gestört wurden und flüchteten. Die beiden Anwohner hatten die zwei vermummten Männer beobachtet, als diese in der Filiale an den Geldautomaten hantierten. Sie sahen auch, dass die Männer die Geschäftsstelle durch den Hinterausgang verließen.

Die Polizei vermutet, dass dieselben Täter vor einer Woche den Geldautomaten an der SB-Filiale am Siemensring in Münchheide gesprengt hatten. Seit Jahresanfang sind damit in Nordrhein-Westfalen bereits zwölf Geldautomaten auf ähnliche Weise geknackt worden. Die Viersener Polizei wurde bei der Tatortaufnahme in Schiefbahn deshalb auch von Spezialisten des Landeskriminalamtes unterstützt.

Die Täter haben womöglich auch die Sparkassen-Filiale in Neersen ins Visier genommen. Eine Zeugin hatte die Polizei in der Nacht zu Dienstag informiert, dass zwei Männer sich auffällig für die Geschäftsstelle an der Malteserstraße interessierten. Die Einsatzkräfte stellten später fest, dass die Überwachungskameras manipuliert wurden. Die Polizei fuhr in den folgenden Nächten Sondereinsätze.

Sparkasse reagiert

Die Sparkasse Krefeld hat bereits auf die Einbruchserie reagiert. Ab sofort würden – nicht zuletzt mit Blick auf die Sicherheit der Kunden – alle Foyers der Sparkasse Krefeld in den Nachtstunden zwischen 0 und 6 Uhr geschlossen, heißt es in einer Mitteilung. Geldabheben ist in dieser Zeit dann nicht möglich. Lediglich die Foyers an der Orsaystraße in Kempen sowie am Willicher Markt bleiben wie bisher 24 Stunden geöffnet. Frage des Tages

Quelle: RP
 
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