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Stadt Willich
SPD diskutiert Tempo 30 in ganz Anrath

Stadt Willich. Soll aus Anrath eine einheitliche Tempo-30-Zone werden? Um diese Frage ging es bei einer Diskussionsrunde, zu der die örtliche SPD in die Gaststätte Schmitz-Mönk eingeladen hatte.

Etwa 15 Gäste, die meisten mit dem SPD-Pateibuch, waren gekommen. Markus Gather, SPD-Arbeitskreis-Sprecher und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Willich, erklärte die Thematik: "Bei den regelmäßigen Wohnbereichsbegehungen hat es immer wieder Klagen und Beschwerden über zu schnelles Fahren und über unübersichtliche Beschilderungen auf einigen Anrather Straßen gegeben." Beispielhaft nannte Gather die Bogenstraße, die Neersener Straße, die Hochbendstraße in Richtung Gewerbegebiet, aber auch Teile der Jakob-Krebs-Straße oder der Süchtelner Straße in Richtung Clörath.

Das Wort ergriff unter anderem Isolde Fahnenschmidt, die an der Bogenstraße wohnt und für ihren Straßenabschnitt ein Plädoyer für eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h hielt: "Dies ist eine Möglichkeit, dass Radfahrer dann wieder zu den Stoßzeiten auf der Straße und nicht auf dem Bürgersteig fahren können." Es gab aber auch Gegenreden. So versprach sich davon eine junge Autofahrerin überhaupt nichts: "Dies hemmt nur den Verkehrsfluss, sorgt für weitere Staus."

Sogar einigen Schiefbahnern, die gekommen waren, waren der "Flickenteppich" und die vielen unterschiedlichen Geschwindigkeitszonen in Anrath aufgefallen. So gibt es dort in einigen Bereichen neben den Spielstraßen abschnittsweise im Wechsel 20-, 30- und 50-km/h-Zonen. "Es ist über Jahrzehnte hinweg die Erstellung eines vernünftigen Verkehrskonzeptes versäumt worden", klagte Friedel Kluth, der an der Neersener Straße wohnt und sich seit Jahren mit vielen Nachbar für ein besseres Miteinander von Fußgängern, Radlern und motorisierten Verkehrsteilnehmern einsetzt. "Wir brauchen generell eine einheitliche und eindeutige Beschilderung. Die Autofahrer machen die vielen Sprünge beim ständigen Wechsel der erlaubten Geschwindigkeit nicht mit."

Sogar über eine Umgehungsstraße in Anrath und über eine Art Ringstraße mit Einbahnregelungen wurde diskutiert. Ein anderes Problem nannte Ralf Oerschkes: "Bei so manchen Anträgen, die wir in den vergangenen Jahren gestellt haben, bekamen wir regelmäßig von der Stadt Willich seitenlang und mit vielen Paragrafen untermauert mitgeteilt, warum dies nicht geht, anstatt mal zu sagen, wie es funktionieren könnte."

Einig war man sich, dass durch neue verkehrslenkende Maßnahmen andere Straßenzüge nicht belastet werden dürften. Gewünscht wurde außerdem, dass sich Nachbarschaften, die sich über das Rasen ärgern, zusammentun und Anträge stellen, um zum Beispiel erst einmal anonyme Messungen zu ermöglichen.

Jennifer Stoffels von der veranstaltenden SPD hatte ihre Zweifel, ob überhaupt eine generelle Tempo-30-Zone für den innerörtlichen Bereich von Anrath möglich sei. So weit ist es aber noch nicht. Markus Gather: "Wir werden jetzt erst einmal intern überlegen und diskutieren, was punktuell machbar und zweckmäßig ist."

(schö)
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