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Stadt Kempen
St. Irmgardis kooperiert mit Kempen

Stadt Kempen. In der Geriatrie sollen nach Vorgabe des Landes NRW "enge Behandlungspfade" für Senioren geschaffen werden. Von Sabine Janssen

In Sachen Altermedizin kooperiert das St.-Irmgardis-Krankenhaus mit dem Hospital zum Heiligen Geist in Kempen und der LVR-Klinik für Orthopädie in Viersen. Das gab St. Irmgardis gestern bekannt. "Die Zusammenarbeit hat im vergangenen Jahr begonnen", sagt Ottmar Köck, Geschäftsführer des Süchtelner Krankenhauses, das eine Einrichtung der St.-Franziskus-Stiftung Münster ist. "Die Patienten, aber auch die Häuser haben einen großen Nutzen davon."

Zum Hintergrund: Die Landesregierung hatte in ihrem Krankenhaus-Bedarfsplan die Notwendigkeit von besonderen Strukturen für ältere Menschen vorgeschrieben, da Senioren oft an mehreren Krankheiten leiden und intensive Betreuung brauchen. Aufgrund dieser Vorgabe hatte Süchteln im Dezember den Zuschlag für den Aufbau einer Geriatrie mit 65 Betten vom Land NRW bekommen. Bis Mitte des Jahres soll das Süchtelner Krankenhaus 30 Betten vorhalten. In den vergangenen Monaten wurden bereits 20 Betten geschaffen. Offen ist noch, wie die räumliche Umsetzung erfolgen wird, für die ein Neubau erforderlich ist, und wie die Klagen gegen die Geriatrie-Vergabe durch das Land beim Verwaltungsgericht beurteilt werden.

Akut-Krankenhäuser, die keine eigene Geriatrie haben, benötigen für die geriatrische Versorgung laut Krankenhausplan künftig Kooperationspartner. Die Zusammenarbeit wird auch "Liaisondienst" genannt. Praktisch sieht die Kooperation so aus: Zunächst prüft das Pflegepersonal mit einem Test ("Screening"), ob für Patienten eine geriatrische Behandlungsnotwendigkeit besteht. "Dazu wurden die Stationsleitungen in dem Kooperationshaus von unseren Spezialisten geschult. Sie wiederum schulten ihre Mitarbeiter", erklärt Hanns Peter Klasen, Chefarzt der Geriatrischen Klinik von St. Irmgardis. Werde bei einem Patienten diese Behandlungsnotwenigkeit erkannt, erfolge die weitere Untersuchung durch die Geriater in Süchteln. In einem Testverfahren ("Assesment") werde überprüft, welcher Handlungsbedarf besteht. Ist die geriatrische Weiterbehandlung notwendig, so bekommt der Patient frühzeitig und teils vor einer Operation den weiteren Behandlungsweg aufgezeigt. Er weiß dann, wie lange und in welchen Kliniken er bleiben wird. "Enge Behandlungspfade sind unser wichtigstes Ziel", erklärt Klasen.

Zwischen St. Irmgardis und dem Hospital zum Heiligen Geist gibt es mittlerweile regelmäßige wöchentliche Vorstellungstage. "Die Zusammenarbeit klappt sehr gut. Es ist für unsere Ärzte und Patienten eine wichtige Hilfestellung", sagt Dr. Stefan Hinsenkamp, Chefarzt der Unfall- und Orthopädischen Chirurgie am Kempener Krankenhaus.

Da die aktivierende Pflege in der Geriatrie sehr zeitaufwändig ist, wird dem laut St. Irmgardis mit einem erhöhten Stellenschlüssel Rechnung getragen. Physiotherapeuten, Sprach-, Schluck- und Ergotherapeuten und ein Psychologe ergänzen das Team um Ärzte und Pfleger.

Mit dem Allgemeinen Krankenhaus Viersen hat das St. Irmgardis bislang keine "Liaison", obwohl zwischen beiden Krankenhäusern eine Kooperationsvereinbarung besteht, die in einer gemeinsamen Muttergesellschaft münden soll und die diese Liaison auch vorsieht. Laut St. Irmgardis soll die geriatrische Beziehung zum AKH aufgebaut werden. Die ersten Patienten sollen bereits ab diesem Monat überprüft werden.

Quelle: RP
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