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Terror in Tunesien
Zweites deutsches Opfer stammt aus Willich

Anschlag auf Touristenhotel in Tunesien
Anschlag auf Touristenhotel in Tunesien FOTO: afp, ADL/SH
Exklusiv | Willich/Sousse . Das zweite deutsche Opfer, das bei dem Terroranschlag im tunesischen Sousse getötet wurde, stammt aus Willich. Nach Informationen unserer Redaktion handelt es sich um eine 78-jährige Frau, deren vierwöchiger Urlaub am vergangenen Dienstag zu Ende gegangen wäre.

Sie soll seit vielen Jahren Stammgast in dem Hotel "Imperial Marhaba" gewesen sein und dort meist mehrwöchige Urlaube verbracht haben. Um sie zweifelsfrei identifizieren zu können, nahm die Polizei in ihrer Willicher Wohnung DNA-Spuren und Fingerabdrücke und schickte sie nach Tunesien.

Seit Montagnachmittag hat ihre Familie, die zunächst über Facebook nach Informationen über den Verbleib der Mutter gesucht hatte, nun traurige Gewissheit. Die 78-Jährige hat zwei Söhne. Zuvor hieß es, dass die Frau 80 Jahre alt gewesen sei. 

Auch das zweite bislang bestätigte Todesopfer stammt aus der Region: Ein 75-Jähriger aus Korschenbroich überlebte den Anschlag eines islamistischen Attentäters am Strand von Sousse ebenfalls nicht. Er hinterlässt eine Frau und zwei Söhne.

Der Attentäter, der 38 Touristen ermordet hat, soll massiv unter Drogeneinfluss gestanden haben. Das berichteten tunesische Ärzte, die an der Obduktion des Terroristen beteiligt waren, der britischen Zeitung "Daily Mail". Seifedinne Rezgui (23), der in Kontakt zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gestanden haben soll, hat demnach in einer Umhängetasche auch einen Sprengsatz mitgeführt, den er nicht mehr zünden konnte.

Der Auslöser habe nur Zentimeter von der Leiche entfernt auf dem Boden gelegen. Die Zeitung berichtet weiter, dass ein mutmaßlicher Komplize nach Libyen entkommen sei. Laut seiner Familie plane er, als Bootsflüchtling getarnt nach Europa einzureisen.

 

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