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Stadt Willich
Stadtarchiv: Gespräch mit dem Kreis führen

Stadt Willich: Stadtarchiv: Gespräch mit dem Kreis führen
Noch arbeiten Udo Holzenthal und Marlene Mathes (mit einemTeller aus Linselles 1972 und einem Ehestandsbuch) im Stadtarchiv in Schiefbahn. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Die Diskussion dauerte fast eine Stunde und war streckenweise heftig: Der Willicher Rat debattierte über die Zukunft des Willicher Stadtarchivs. Die SPD-Fraktion, die das Archiv vor Ort halten will, wurde überstimmt. Von Nadia Joppen

SPD gegen CDU, FDP und Grüne - diese Konstellation gibt es aktuell im Willicher Rat, wenn es um das Thema "Zukunft des Stadtarchivs" geht. In der Ratssitzung am Mittwochabend verabschiedete das Dreier-Bündnis den eigenen interfraktionellen Antrag. Danach soll eine Verhandlungskommission (Vertreter aus Rat und Verwaltung) mit dem Kreis darüber sprechen, wie die Zukunft des Willicher Stadtarchivs aussehen kann.

Das existiert derzeit bekanntlich seit Jahren weitestgehend eigenständig neben dem Kreisarchiv - und im Herbst 2016 hatte es engagierte Bestrebungen und einen Ratsbeschluss in Willich gegeben, den geplanten Neubau des Kreisarchivs nach Willich zu holen. Der Kreis hat dann allerdings beschlossen, einen Neubau in Dülken umzusetzen und das Archivgut aus Kempen nach Viersen zu holen.

Der neue Vorstoß der drei Fraktionen basiert jetzt auf einem Zusatz des damaligen Willicher Ratsbeschlusses - wie die Stadt vorgehen solle, wenn das Kreisarchiv nicht nach Willich komme. Die Politiker hatten entschieden: "Wenn das Kreisarchiv nicht in Willich gebaut wird, sollen die Archivalien vor 1970, die sich im derzeitigen Kreisarchiv befinden, nach Willich zurückgeholt werden. Sodann soll mit dem Kreis Viersen über eine differenzierte Kreisumlage verhandelt werden."

Die Sozialdemokraten wollen das Willicher Archiv am Ort halten, vor allem um die gut funktionierende Bildungspartnerschaft mit den Schulen und den Heimatvereinen und den kurzen Weg zu den Dokumenten zu bewahren. Vorschläge des Landrates wie ein Shuttle-Service zum Kreisarchiv oder die Priorität der Willicher Dokumente bei der Digitalisierung der Archiv-Unterlagen waren für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Bernd-Dieter Röhrscheid nicht akzeptabel - zumal ihm aus Viersen bekannt sei, dass es dieselbe Prioritätszusage des Landrates gegenüber dem Viersener Archiv gebe. Markus Gather (SPD, Lehrer) meinte, es "wäre naiv zu glauben, dass der Herr Coenen mir für fünf Tage einen Bus für 20 Personen stellt" und befürchtete, dass die Kinder noch weniger Zugang zur Heimatgeschichte haben.

Franz Auling und Wolfgang Dille (CDU) meinten, es sei wichtig, dass das Archiv so eingesetzt werde, wie es die Bürger brauchen. Die Inhalte des Gespräches mit dem Landrat sollten im Sport- und Kulturausschuss diskutiert werden. Entscheiden solle dann der Rat im Juli. Er wolle das Archiv nicht abgeben, so Dille. Hans-Joachim Donath (FDP) betonte, die Verhandlungen seien "ergebnisoffen" und müssten geführt werden, weil sich eben der Wunsch, das Kreisarchiv nach Willich zu holen, zerschlagen habe. Er sah auch die Chance, dass die Digitalisierung der Dokumente die Schnelligkeit des Zugriffs verbessere, in einigen Jahren werde es nicht mehr um die Frage des Standortes gehen.

Dr. Raimund Berg sagte, es ginge zum derzeitigen Zeitpunkt nur um die Frage, ob die Willicher weiter mit dem Landrat reden wollten - "Ja", so Berg. Wichtig war ihm außerdem die Frage, wie künftig die Archivkosten über die Kreisumlage finanziert werden sollten.

Quelle: RP
 
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