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Stadt Willich
Stadtrat vertagt die Entscheidung über Kreisarchiv

Stadt Willich. Wie erwartet, hat der Willicher Rat am Donnerstagabend die Entscheidung in Sachen "Kreisarchiv" vertagt. Die Verwaltung wurde - wie auch von ihr selber vorgeschlagen - beauftragt, weitere Gespräche mit dem Kreis, aber auch mit der Stadt Viersen zu führen. Für die Sitzung hatte die Verwaltung eine Tischvorlage erstellt, weil sie am 4. Juli noch ein Schreiben von Kreisdirektor Ingo Schabrich mit weitergehenden Erläuterungen erhalten hatte.

Der Kreisdirektor hatte ausgeführt, dass auch dem Kreisarchiv die "historische Bildungsarbeit", auf die die Stadt Willich in ihrem Stadtarchiv großen Wert legt, wichtig sei. Es gebe derzeit bereits Kooperationen mit Schulen in Grefrath, Kempen und Tönisvorst, dazu sei das Kreisarchiv Mitglied der Landesinitiative "Bildungspartner NRW - Archiv und Schule". Die Öffnungszeiten des Kreisarchivs (täglich 9 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 14 Uhr) sollten allen Benutzergruppen "völlig unproblematisch" die Arbeit ermöglichen, so das Schreiben weiter.

Zum Thema Personal und Kosten führt der Kreisdirektor aus, dass - falls das Willicher Stadtarchiv in das Kreisarchiv integriert würde - die Willicher Mitarbeiter übernommen würden. Die Personalkosten müsste allerdings weiter die Stadt Willich tragen, eine Finanzierung über die Kreisumlage sei "zur Zeit nicht darstellbar". Das liegt aber daran, dass alle bestehenden "öffentlich-rechtlichen Vereinbarungen" mit sieben anderen Kommunen das gleiche Kostensystem enthalten.

Außerdem gibt er eine erste Einschätzung, wie hoch nach der momentanen Situation der Anteil der Stadt Willich an den Mietkosten wäre, wenn das Stadtarchiv in das Kreisarchiv überginge: Er rechnet mit höchstens bis zu 4000 Euro im Jahr. Sollten am Ende aber alle neun Kommunen ihre Archive in das Kreisarchiv überführen, wäre "meines Erachtens eine Gesamtfinanzierung über die Kreisumlage möglich", so das Schreiben. Schabrichs weitere Einschätzung: Es wäre "bedauerlich, wenn die Stadt Willich und der Kreis Viersen die sich ... nur jetzt bietende Chance für eine zukunftsweisende Ausrichtung der kreisweiten kommunalen Archivarbeit ungenutzt lassen würden."

Die Willicher Ratsmitglieder waren sich einig, dass es schön wäre, eine größere Kreiseinrichtung in der Stadt anzusiedeln. Für Bernd Dieter Röhrscheid (SPD) war eine andere Information der Willicher Verwaltung wesentlich: Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass Willich auf jeden Fall für die Bearbeitung des Zwischenarchivs fachkundige Mitarbeiter benötige.

Verwaltung und Rat wollen sich aber auch weiter die Option einer interkommunalen Zusammenarbeit nur mit Viersen offen halten, weil auch diese "deutliche Synergie-Effekte" bringen könnte.

(djm)
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