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Stadt Willich
Strukturen zur Integration der Flüchtlinge

Stadt Willich. Jugendhilfe- und Sozialausschuss der Stadt Willich haben sich am Mittwochabend mit verschiedenen Aspekten der Integration der Asylbewerber befasst. Die Stadt ist auf einem guten Weg - aber es wird teuer. Von Nadia Joppen

Politik, Verwaltung und Ehrenamtler arbeiten intensiv zusammen, damit die Integration der Willich zugewiesenen Asylbewerber funktioniert. Die Verwaltung berichtete in den Sitzungen des Sozial- und des Jugendhilfeausschusses zu verschiedenen Aspekten. Erstmalig nahm Verwaltungsmitarbeiterin Regine Hofmeister in ihrer neuen Funktion als städtische Koordinatorin für die in der Flüchtlingshilfe engagierten Ehrenamtler an den Sitzungen teil. Hofmeister hat ihre Aufgabe zum 1. Februar begonnen, sie war zuvor im Bereich der Seniorenstelle/Pflegeberatung tätig.

In der gemeinsamen Sitzung beider Ausschüsse präsentierte die Verwaltung den Erarbeitungsstand eines "Konzeptes zur Integrationsplanung", das die Grünen beantragt hatten. Grundsätzlich bleibt die Zielsetzung einer dezentralen Unterbringung in dauerhaften Unterkünften - wobei die Bewohnerzahlen an einem Standort "im Regelfall eine Größe von 200 Menschen nicht überschreiten" sollen. Die Nutzung von Turnhallen, Hotels etc. soll so bald wie möglich wieder aufgegeben werden. Verwaltungsmitarbeiter und Ehrenamtler bieten verschiedenste Hilfestellungen, um den Flüchtlingen die Eingewöhnung in Deutschland zu erleichtern, dabei sollen aber die Belange und Kompetenzen der Flüchtlinge respektiert werden - "Wertschätzung auf Augenhöhe".

In die Integrationsarbeit werden Kitas, Jugendeinrichtungen, aber auch Seniorenbegegnungsstätten einbezogen. Weitere Ansätze: die berufliche Integration als Weg gegen den Fachkräftemangel, die Ausweitung der kulturellen Vielfalt oder die Einbindung der Flüchtlinge in ehrenamtliche Tätigkeiten - wie etwa in der Freiwilligen Feuerwehr.

Nachdem die Politiker die Ausführungen einstimmig zur Kenntnis genommen hatten, kann die Verwaltung auf der Basis weiter arbeiten, und die Obleute werden sich bei ihrem nächsten Treffen mit dem Konzept beschäftigen.

Weiteres Thema: Wie werden die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien in die Tagesbetreuung integriert? Rein rechnerisch kann es sein, dass in Willich 36 weitere Betreuungsplätze gebraucht werden - je nach Entwicklung der Zuweisungen können es aber auch bis zu 64 Plätze sein. Das hängt auch davon ab, ob sich der Trend fortsetzt, dass mehr Frauen und Kinder als Flüchtlinge kommen und weniger alleinreisende Männer. Als Folge würden auch bis zu 6,3 neue Arbeitsplätze benötigt. Kindergartenplaner Michael Süßbeck erklärte, dass Plätze über Gruppenaufstockungen geschaffen werden, aber auch durch die Schaffung weiterer halber Gruppen in den bestehenden Kitas. Das geht punktuell, weil die Stadt grundsätzlich ihre Kitas größer baut als in den Richtlinien vorgesehen. So könne ein Mehrzweckraum zum Grupperaum umgewandelt werden, oder in der neuen Kita Blauland sei die Eingangshalle so groß, dass dort eine halbe Gruppe untergebracht werden könne. Auf Nachfrage eines Zuhörers in der Einwohner-Fragestunde erklärte er, dass der Betreuungsschlüssel nicht geändert wird. Die Verwaltung räumte ein, dass es schwer sei, Erzieher/-innen oder Sozialarbeiter auf dem Arbeitsmarkt zu finden.

Große Sorgen bereitet Politik und Verwaltung die Gruppe der "unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber" - Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern nach Deutschland geflohen sind. In Willich befinden sich derzeit 26 Kinder und Jugendliche ohne Eltern. Als Geschäftsbereichsleiterin Susanne Kamp berichtete, dass einige fast volljährige Jugendliche in der Niershalle leben müssen, war das Unbehagen der Politiker spürbar. Allerdings: Plätze in Jugendeinrichtungen mit entsprechender sozialpädagogischer Betreuung für "Inobhutnahmen" sind ohnehin selten. Die Stadt überlegt derzeit, eine Jugendeinrichtung baulich zu schaffen - in Zusammenarbeit mit einem in der Jugendsozialarbeit erfahrenen Träger, so Susanne Kamp.

Quelle: RP
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