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Stadt Willich
Theater con Cuore: Ein Traum von Liebe und Tod

Stadt Willich: Theater con Cuore: Ein Traum von Liebe und Tod
Das Theater con Cuore aus dem hessischen Schlitz adaptierte Victor Hugos "Der Glöckner von Notre Dame" für ihr Figurentheater. FOTO: THEATER CON CUORE
Stadt Willich. Träume schwingen sich mühelos hinaus über Grenzen von Zeit und Raum. Ebenso frei gleitet das Traumspiel "Notre Dame" zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Wachen und Träumen. Zu einer solchen Reise nahmen die Puppenspieler Virginia und Stefan Maatz vom Theater con Cuore ihre Zuschauer beim Gastspiel zu den Schlossfestspielen mit. Im Gepäck hatten sie den buckligen Quasimodo, die schöne Esmeralda, den eitlen Hauptmann und den Priester in Puppengestalt. Sie gaben den Figuren Leben und waren zugleich als Darsteller ins Spiel eingebunden. Dabei schien es zuweilen, als habe der aus Holz geschnitzte Quasimodo sein Leid an Puppenspieler Maatz weitergegeben, der die dargestellten Emotionen in Körpersprache, Mimik und Gestik darstellerisch aufgriff. Von Angela Wilms-Adrians

Zu Karl Hucks Regie begann diese Version von Hugos "Der Glöckner von Notre Dame" wie eine Geschichte von heute. In der Rolle einer jungen Zigeunerin eröffnete Virginia Maatz einen Souvenirladen, in dem Glöckner und Tänzerin neben Schneekugel und Mini-Eiffelturm zu erwerben sind. Die Zigeunerin träumt vom jungen Priester, gespielt von Stefan Maatz, der bei ihr jeden Morgen eine Zeitung kauft und seine Liebe zu ihr zu verbergen sucht.

In der Nacht einer Sonnenfinsternis haben beide einen Traum, die realen Grenzen zerfließen. Die Träumer tauchen ein in die Geschichte einer weit zurückliegenden Zeit, während Bezüge zu ihrer eigenen Gegenwart beständig mitschwingen. Im Traum erspielten die Darsteller nun auf wesentliche Handlungsmomente zurückgenommen mit Puppen die Erzählung um Liebe und Tod. Virginia und Stefan Maatz ließen die Figuren im Souvenirladen und auf einem Holzstuhl agieren. Esmeralda trat als feingliedrige Marionette mit hübschem Gesicht auf. Der unglückliche Quasimodo wie auch Hauptmann und Priester wurden von Hand geführt. Sie erhielten dabei eine natürlich anmutende Beweglichkeit und wurden durch das Spiel von geführter und führender Hand eins mit den Puppenspielern. Diese gaben jedem Charakter eigene Nuancen in Tonfall und emotionalem Ausdruck. Sie fingen Leid, Hoffnung und Nachdenklichkeit ein. Die Helden der Geschichte gehen in die Irre und finden den Tod. Zurück in der Realität zeigt der Priester seine Liebe, und doch dürfte es auch für dieses Paar kein glückliches Ende geben. Es waren nicht viele Zuschauer gekommen, doch die Anwesenden spendeten dankbar Applaus und durften noch die Welt der Puppen aus der Nähe entdecken.

Quelle: RP
 
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