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Tönisvorst
Tönisvorst: Sicherer geworden

Tönisvorst. In der Sitzung des Hauptausschusses gab es gute Nachrichten: Die Kriminalität ist zurückgegangen. Problem bleiben gewaltbereite Jugendliche. Die Politiker befürworten weiterhin eine Präsenz der Polizei. Von Nadia Joppen

Kriminalhauptkommissar Manfred Lankes von der Kreispolizei Viersen hatte gute Nachrichten: "Tönisvorst hatte 2008 ein sehr gutes Ergebnis, 2009 ist noch besser geworden", teilte er den Mitgliedern im Hauptausschuss der Stadt mit. Die "Kriminalitätshäufigkeitszahl" liege in der Stadt bei rund 3923, im NRW-Durchschnitt liegt sie bei 8133. Dieser statistische Wert ist aber eine reine Vergleichszahl: Tatsächlich gab es in Tönisvorst in 2009 weniger als 1200 Straftaten – damit ging die Zahl im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Es gab sieben Raubstraftaten (2008 noch 16), prozentual ein Rückgang von 56 Prozent. Auch die "leichten Körperverletzungen" (etwa Ohrfeigen bei Festen) ging um 50 Prozent zurück, die Zahl der Diebstähle sank um zwölf Prozent. Angestiegen ist die Zahl der gemeldeten Wohnungseinbrüche von 27 auf 32, wobei es in 44 Prozent dieser Fälle beim Versuch blieb, weil das Haus gut gesichert war.

Die SPD hatte beantragt, das Thema "Öffentliche Sicherheit" im Ausschuss zu diskutieren, vor dem Hintergrund der jüngsten Straftaten in St. Tönis. Bernd Wegener, der Leiter der Polizeiwache Kempen, erläuterte die Situation: Fast alle Taten hätten sich im Bereich Wilhelmplatz/Grüngürtel (Pastorswall) ereignet und seien aufgeklärt. Für die Angriffe erst auf eine junge Frau und später auf vier junge Männer im Januar sei eine Gruppe um einen 14-jährigen St. Töniser verantwortlich, alle "auf sozial denkbar unterstem Niveau" und zum Teil aus anderen Städten, so Wegener. Bei der Aufklärung wären vor allem Daten aus der Vorratsspeicherung von Telekommunikationsdaten hilfreich gewesen, die nach der heutigen Gesetzeslage nicht mehr zu verwerten wären. Die Jugendlichen würden zur Verantwortung gezogen. Beim Thema gewalttätige Jugendliche gibt es für Wegener ein Grundproblem: Alle zwei bis drei wachse "eine neue Generation heran und das Problem geht von vorne los." Ein Überfall auf die Sparkasse lasse sich wahrscheinlich über DNA-Spuren aufklären. Die SPD bat darum, dass die Polizei ihre Präsenz aufrechterhalte, "wir haben nicht mehr das Gefühl, die Polizei ist ausreichend da." Helmut Drüggen (CDU) beantragte, dass die Kreispolizei jährlich einen Bericht zur Sicherheitslage im Ausschuss vorlegen solle. Wegener erläuterte noch, dass er im Rahmen der Zielvereinbarungen im eigenen Haus mit einer Dienstgruppe vereinbart habe, dass diese sich besonders um den Bereich Wilhelmplatz und Grüngürtel kümmern solle. Durch die höhere polizeiliche Präsenz habe man mehr Kontrolle über die Jugendlichen. Er sagte aber auch, dass sich insgesamt die Personalsituation der NRW-Polizei verschlechtere.. Frage des Tages

Quelle: RP
 
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