| 15.57 Uhr

Stadt Willich
Über Bildung diskutiert

Stadt Willich. Alle fünf Jahre gibt es im Anrather Lise-Meitner-Gymnasium eine Podiumsdiskussion zur Landtagswahl. Oberstufenschüler durften den Kandidaten vor der NRW-Wahl am 9. Mai jetzt wieder auf den Zahn fühlen. Von Natascha Becker

Monika Ruff-Händelkes (SPD), Dr. Stefan Berger (CDU), Dietmar Brockes (FDP), René Bongartz (Grüne) und Franz Lohbusch (Linke) stellten sich jetzt den Fragen der Oberstufenschüler am Lise-Meitner-Gymnasium.

Moderiert wurde die Diskussion von Clemens Linkert, dem Fachkonferenzvorsitzenden des Fachbereiches Politik. Dem Veranstaltungsort angemessen wurde insbesondere das Thema Bildungspolitik heftig diskutiert.

Zwei Abitur-Jahrgänge 2013

Landtagsabgeordneter Stefan Berger machte klar, dass gerade die Bildungspolitik eine Sache der Länder sei. Man wolle sie weiterentwickeln und die bestehende gute Arbeit des dreigliedrigen Bildungssystems erhalten. "Gute Bildungspolitik ist für das Wachstum und die Entwicklung von NRW wichtig", sagte er.

Nach seinem Beitrag kam schon die erste Frage von Seiten der Schüler auf. Sie wollten wissen, wie mit der Situation umgegangen wird, wenn 2013 die beiden Abitur-Jahrgänge zeitgleich auf den Markt für Ausbildungs- und Studienplätze drängen. Berger sah darin kein großes Problem. Es komme Druck aufs System, aber diesen werde es laut Prognosen aushalten. Man habe mit dem Ausbau von Unis und Neugründungen von Fachhochschulen vorgesorgt.

Monika Ruff-Händelkes legte dagegen Zahlen auf den Tisch. "Es gibt dann 43 000 Abiturienten mehr und gerade einmal 11 000 zusätzliche Studienplätze. Dazu kommen die Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt, denn schließlich suchen auch andere Abgänger zeitgleich eine Ausbildung", bemerkte sie. Ruff-Händelkes erinnerte daran, dass die SPD Schulen und Eltern jeweils die Entscheidung überlassen hätte, das so genannte Turbo.-Abitur einzuführen, wenn sie die Regierung gestellt hätten. In ihren Augen wäre es dann zu einem solchen Problem nicht gekommen.

"Jeder der studieren möchte, wird einen Studienplatz erhalten", versprach Dietmar Brockes dagegen. Die Vorbereitungen für 2013 seien ausreichend getroffen. Ein Versprechen, von dem Lohbusch bezweifelte, dass es gehalten werden könne. "Die Studienplätze reichen nicht aus", brachte es auch René Bongartz klipp und klar auf den Punkt.

Er empörte sich zudem über die Studiengebühren, die nach Ansicht seiner Partei schnellstmöglich abgeschafft werden sollten. Dr. Berger entgegnete, dass mit diesem Geld Hochschulen Räume und Ausstattung verbessern konnten, was sonst in diesem Maße nie möglich gewesen wäre.

Die kostenlose Bildung griff Ruff-Händelkes auf. "Bildung muss kostenlos sein und zwar vom Kindergarten an. Es geht nicht, dass Bildung vom Geldbeutel der Eltern abhängig ist", betonte sie. In der Bildung sei Kapital am besten aufgehoben. Frage des Tages

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Stadt Willich: Über Bildung diskutiert


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.