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Stadt Willich
Umfassendes Konzept für die Flüchtlings-Integration

Stadt Willich. Die Zustimmung war einstimmig: Die Mitglieder des Sozial- und des Jugendhilfeausschusses verabschiedeten ein von Rats- und Verwaltungsvertretern erarbeitetes "gesamtstädtisches Konzept zur Unterbringung, Betreuung und Integration von Flüchtlingen" ohne weitere Diskussion. Wichtige Aussagen stehen dabei in der Präambel: Willich definiert sich als "offene, tolerante, wachsende Stadt. Alle in Willich lebenden Menschen sollen unabhängig von nationaler, kultureller oder ethnischer Zugehörigkeit gleiche Chancen erhalten." Die Willkommenskultur solle jedem hier lebenden Menschen vermitteln, dass er erwünscht ist. Die Vielfalt der Menschen "kann ein Gewinn für eine Stadt sein".

Ein Element des Konzeptes ist die Bildung - nicht nur für die Kinder aus Flüchtlingsfamilien, sondern auch für die älteren Flüchtlinge über Integrationskurse, damit sie das Leben in Deutschland verstehen lernen. Im Bereich Kultur wird akzeptiert und positiv bewertet, dass sich die Willicher Kulturlandschaft durch die neuen Mitbürger verändern werde.

Im Bereich Sprache will die Stadt auch diejenigen Flüchtlinge unterstützen, die eigentlich keinen Anspruch auf einen Sprachkurs haben - hier bestehe in Willich ein hohes ehrenamtliches Engagement, das zu würdigen ist.

Ein besonderes Augenmerk legt das Konzept darauf, Frauen bei der Bewältigung eines auf der Flucht erlittenen Traumas zu unterstützen und ihnen besonders niederschwellige Angebote zu machen. Personen, die mit den Flüchtlingsfrauen arbeiten, sollen besonders geschult werden.

Weitere Aspekte sind Schritte für eine zielgerichtete Integration der Flüchtlinge in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie eine dezentrale Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge - etwa in den geplanten Neubauten. Außerdem soll die Integration über Sport vorangetrieben werden, und die Flüchtlinge sollen gesundheitlich gut versorgt werden, damit sie etwa Vorsorgeleistungen in Anspruch nehmen.

Eine wichtige Rolle spielt der Bereich Ehrenamt: einerseits die Betreuung der Flüchtlinge über Ehrenamtler wie den AKF oder LOT, andererseits aber auch die Möglichkeit für die Flüchtlinge, sich zum Beispiel in die Freiwillige Feuerwehr einzubringen. Auch die Seniorenbegegnungsstätten sollen sich auf die Kontakte zu den Flüchtlingen einstellen und die Angebote zur Betreuung und zur aktiven Beteiligung ausweiten.

Dr. Sarah Bünstorf (SPD) nannte das Konzept "wegweisend" und betonte, dass Willich dank der guten Arbeit der Ehrenamts-Koordinatorin Regine Hofmeister sehr weit sei. Merlin Praetor (Grüne) war froh, dass alle vier Ratsfraktionen das Konzept gemeinsam erarbeitet haben - das sei ein wichtiges Signal für den Zusammenhalt in Willich.

(djm)
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