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Stadt Willich
Unvergessliche Hits und unbekannte Seiten eines Entertainers

Stadt Willich: Unvergessliche Hits und unbekannte Seiten eines Entertainers
Der deutsch-österreichische Schauspieler und Sänger Christoph Schobesberger - ein ehemaliger Wiener Sängerknabe - lebt heute in Berlin. FOTO: WOLFGANG KAISER
Stadt Willich. Zu den Schlossfestspielen Neersen sang und erzählte Christoph Schobesberger die Frank Sinatra Story. Von Angela Wilms-Adrians

Frank Sinatra gewann 18 Grammys, verkaufte nach den Beatles und Elvis Presley die meisten Tonträger der Welt, erfuhr aber auch Niederlagen und feierte mehrfach Comeback. Das alles und noch viel mehr war Thema der Frank-Sinatra-Story mit Christoph Schobesberger und Band im ausverkauften Ratssaal von Schloss Neersen. Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr fanden sie bei den Schlossfestspielen erneut ein Publikum, dass sich von der beschwingten Mischung aus Musik, Anekdoten und Lebensgeschichte bestens unterhalten fühlte. Leitfaden für die Story war die Chronologie der unvergessenen Hits, zu denen die ersten Erfolge des Swing, "Stranger in the Night", "New York", wie auch die Adaption von "Mrs Robinson" zählen. Dabei überraschte der Sänger und Schauspieler auch mit unbekannten Seiten des Entertainers, der wegen seiner charakteristischen Stimme als "The Voice" verehrt wurde.

Schobesberger bringt charmant das gewisse Etwas des Showbusiness auf die Bühne, er trifft den rauchigen Sound, den Schmelz und die siegesgewisse Euphorie und damit das alles, was für viele Sinatra-Songs so typisch ist. Ebenso beherrscht er den passenden Ton für die Geschichten zwischen den Liedern. Er fängt den Habitus des öffentlichen Auftritts wie auch persönliche Seiten des unvergessenen Entertainers ein. Dabei ist er nicht dessen Kopie, sondern wechselt wie selbstverständlich zwischen Show, Lebensbericht und scheinbar nebenbei eingeworfenen Spielszenen. Die Band lieferte nicht nur mit Verve den absolut passenden Sound, sondern war zuweilen auch Stichwortgeber und an kleinen darstellerischen Einlagen beteiligt. Gesangspartnerin Susanne Eisenkolb schlüpfte in Auftreten und Gesang in verschiedene Rollen, um als Liza Minelli, laszive Marylin Monroe und Tochter Nancy an Duette mit Kolleginnen, Affären und die erfolgreiche Sinatra-Tochter Nancy zu erinnern. Mit am Set war auch "das Wichtigste": das stets aufs Neue mit Eis gefüllte (vorgebliche) Glas "Jack Daniels" als Verweis auf eine von Sinatras Vorlieben.

Der Einstieg war standesgemäß: Eine Stimme aus dem Off kündigte den Schauspieler und Sänger im Stil einer Las-Vegas-Show an. Schobesberger erinnerte an die frühen Jahre, als Sinatra, Sohn italienischer Einwanderer, beschloss, Sänger zu werden. Er erzählte, von Sinatras Weg durch die Bars, bis er von Harry James und später von Tommy Dorsey entdeckt wurde sowie von der Solokarriere. Thema war natürlich ebenso Sinatras Schauspielerei als Angelo Maggio im Kinofilm "Verdammt in alle Ewigkeit". Gesanglich rekapitulierte Schobesberger überzeugend den Stilwandel im Laufe der Jahre.

Ein Lied schien lange Zeit zu fehlen. Doch vergessen war es nicht: "My way". Zu diesem Song endete die in Musik und Worten nachgezeichnete Biographie eines Entertainers, der stets unbeirrt seinen Weg ging.

Quelle: RP
 
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