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Stadt Willich
Verantwortungsvoll im Netz unterwegs

Stadt Willich: Verantwortungsvoll im Netz unterwegs
Über Cybermobbing, Beleidigungen und Hasskommentare berichten Schüler ihren Lehrern Gerta Rohde-Wanders und Christoph Schriever regelmäßig. FOTO: dpa, nar lof
Stadt Willich. Die Gefahren im Internet lauern überall. Genau deshalb veranstaltete die Leonardo-da-Vinci Gesamtschule in Schiefbahn einen Infoabend für Eltern, deren Kinder bereits online aktiv sind. Von Janetta Janssen

Nach der rund zweistündigen Aufklärungsveranstaltung möchten die meisten Eltern das Internet am liebsten direkt abschaffen. Doch die "neuen Medien" wie soziale Netzwerke, Smartphones, E-Books oder Spielekonsolen gehören schon lange zu unserem Alltag. Damit richtig und verantwortungsvoll umzugehen und die Kinder über die Risiken im Internet aufzuklären, sei in der heutigen Zeit unumgänglich, erklärt Harald Lamers, Kriminalhauptkommissar in Viersen und unter anderem für die Kriminalprävention und Opferschutz zuständig.

Bilder und Videos verbreiten sich rasend schnell im Internet. Was heute noch die "große Liebe" ist, kann morgen schon "im Krieg" enden. "Einmal im Internet, immer im Internet", mahnt der Polizeibeamte. Die Eltern wollen sich für ihre Kinder Tipps für den richtigen Umgang im Internet bei Lamers holen. Dieser empfiehlt, mit den Kindern die Regeln für die Nutzung der sozialen Medien aufzuschreiben und beim Verstoß direkt strenge Konsequenzen zu ziehen. "Haben Ihre Kinder whatsapp?", fragt Harald Lamers offen in die Runde. Die meisten nicken, wenn auch zögerlich.

"Diese App ist erst ab 16 Jahren, Ihre Kinder sind deutlich jünger", so der Polizist. Abo-Fallen, Abzocke per Telefon, Tauschbörsen mit Abmahnsystem, Pornografie oder Sexting (Austausch über sexuelle Themen per mobile messaging), aber auch die Wahrung von Persönlichkeitsrechten und Urheberrechte - diese Themen werden angesprochen und vor den Gefahren dabei gewarnt. "Sie haben dafür zu sorgen, dass Ihr Kind weder Täter noch Opfer wird", sagt Harald Lagers. Er rät auch zur regelmäßigen Kontrolle der Smartphones der Kinder. Die Konversation mit Klassenkameraden erfolgt viel über Online-Chats, deshalb schlägt Lamers vor:"Ein Klassenchat, wo die Ein- und Abschalteten geregelt sind und wo Beleidigungen und Hasskommentare keine Chance haben."

Christoph Schriever ist Lehrer an der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Schiefbahn und bestätigt, dass der Medienkonsum rasant zunimmt. "Wir haben knallhart die Handys auf unserer Klassenfahrt der sechsten Klassen verboten", erklärt Schriever. Die ersten 24 Stunden sei für die meisten schlimm gewesen, danach hätten sie sich allmählich daran gewöhnt. Er und seine Kollegin Gerta Rohde-Wanders haben an der Gesamtschule für die Probleme der Schüler ein offenes Ohr. Über Cybermobbing, Beleidigungen und Hasskommentare würden die Schüler regelmäßig berichten. Aus diesem Grund sei eine wichtige Aufgabe der Eltern, bei ihren Kindern ein starkes Selbstbewusstsein zu schaffen, und eine umfassende und offene Sexualerziehung sei wichtig. Dazu gehöre auch, Auffälligkeiten und Verstöße zu melden, mit den Lehrern zu kooperieren und sich Hilfe und Beratung zu suchen. Oftmals schämen sich die Kinder, wenn sie gemobbt werden und sagen erst viel zu spät, was sie belastet. Die Kinder müssten misstrauisch bleiben und und einen sparsameren Umgang mit Informationen pflegen, so Harald Lamers. "Keine alleinigen Treffen mit Internetbekanntschaften und sich nichts gefallen lassen von den anderen Kids", erklärt Harald Lamers.

Der Polizeibeamte hat in den letzten Jahrzehnten viele Fälle betreut. Er erzählt von grausamen Taten, die für die Eltern beim Infoabend nur schwer zu glauben sind. "Alles Jugendliche unter 14 Jahren", so Lamers. Und weiter: "Das sind zum Teil schwere Straftaten, die geahndet werden." Harald Lamers ist weiterhin im Kreis unterwegs, um aufzuklären und Hilfen zu bieten. Nicht nur den Eltern, sondern er geht auch in die Klassen, um vor den Gefahren des Internets zu warnen.

Quelle: RP
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