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Stadt Willich
Versuchter Mord? Polizist sagt aus

Stadt Willich. Im Prozess wegen versuchten Mordes und weitere Taten gegen einen Mann aus Willich haben gestern Polizeibeamte ausgesagt. Der 21-Jährige soll versucht haben, im Februar einen Polizisten zu überfahren.

Der 50-Jährige schilderte den Vorfall aus seiner Sicht: Immer wieder hatten sich Anwohner beschwert, weil viele den Wirtschaftsweg als Abkürzung nutzten. An dem Tag habe man dort deshalb eine Kontrolle durchgeführt. Die Kollegin habe weiter vorn neben dem Zivilwagen gestanden, er habe die Fahrer mit der Kelle zum Anhalten aufgefordert. Schon von Weitem habe er sehen können, dass ein schwarzer Mercedes der gehobenen Klasse langsam aus einem Feldweg in den Wirtschaftsweg einbog. Damit der nicht sofort wieder umkehrte, habe er sich etwas an die Seite gestellt.

"Ich dachte erst, er hat gedreht, weil er mich sah. Dann kam er und wurde schneller und schneller", erinnerte sich der 50-Jährige. "Der hat richtig aufs Gas gedrückt, der Motor hat aufgeheult, und ich dachte, der will mich jetzt umfahren", führte er weiter aus. Er habe erst einmal nicht gewusst, wie er darauf reagieren soll und sei erst im letzen Moment zur Seite gesprungen. Wäre er nicht ausgewichen, hätte der Wagen ihn erwischt. Der Zeuge konnte sich allerdings auch daran erinnern, dass der Fahrer eine Ausweichbewegung machte. Ob er damit einem Strommast ausweichen wollte oder es passierte, weil er sich duckte, könne er nicht sagen.

Seine Kollegin gab an, der Mercedes habe einem Radfahrer ausweichen müssen. Für sie habe es so ausgesehen, als hätte der Fahrer kurz überlegt, was er machen soll, und dann plötzlich Gas gegeben. "Dass der nicht anhalten wollte, war klar." Sie glaube zwar nicht, dass der Angeklagte den Kollegen bewusst umfahren wollte, dennoch müsse er es in Kauf genommen haben. Sie habe sich das Nummernschild merken können, und man habe die Spur des Mercedes verfolgt. Der Wagen wurde ohne Fahrer in Anrath sichergestellt.

"Ich wollte Sie nicht anfahren oder totfahren", beteuerte der 21-Jährige. Er entschuldigte sich bei dem Polizeibeamten. Der nahm die Entschuldigung an und sagte: "Ich glaube schon, dass er den Schlenker gemacht hat, um auszuweichen." Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

(bil)