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Stadt Willich
Viel Tango mit Duo für Flöte und Gitarre

Stadt Willich. Das Duo Aix'acte in der Schiefbahner Hoffnungskirche bot Lateinamerikanisches. Von Gert Holtmeyer

"Suite Buenos Aires", "Histoire du Tango" oder "Una Limosna por el Amor de Dios" (ein Almosen für die Liebe Gottes) lauteten einige der Titel, die in der Hoffnungskirche Schiefbahn zu hören waren. Lateinamerikanisches stand auf dem Programm. Gitarrist Christian Winter, der im vergangenen Jahr mit einem Soloprogramm viele Freunde gewonnen hatte, kam diesmal zusammen mit der Flötistin Nina Maria Lückel. Beide hatten sich vor acht Jahren zum "Duo Aix'acte" zusammengeschlossen.

Wie lässt sich der Name erklären? Man könnte eine französische Schreibweise fürs deutsche Wort exakt vermuten. Das würde ohne Zweifel treffen, denn exakt ist das Zusammenspiel der beiden sympathischen Musiker allemal. Aber entstanden ist der Name doch ganz anders. Weil sich beide in Aachen kennenlernten, kombinierten sie den französischen Stadtnamen "Aix-la-Chapelle" mit "acte", dem französischen Wort für Tat oder Handlung.

Fast alle Plätze der Kirche waren besetzt, und niemand musste sein Kommen bereuen. Das Duo ist stilistisch vielseitig. Zu seinem Repertoire gehört nicht nur die Musik aus Barock, Klassik und Romantik. Beide verstehen sich auch auf südamerikanische Musik. Und davon gaben sie eine passend zusammengestellte Kostprobe. Zu hören waren Kompositionen von Máximo Diego Pujol, Augustin Barrios und Astor Piazzolla, dem Meister des Tango nuevo. Dabei legte das Duo bei seinem Konzert in Schiefbahn Wert darauf, fast nur Originalkompositionen zu spielen.

Die einzige Ausnahme gestatteten sie sich bei einer Bearbeitung von Piazzollas "vier Jahreszeiten", die ursprünglich für Klavier komponiert wurden. Mit Vivaldis beliebten Violinkonzerten haben sie nicht viel gemein; der Komponist gab seinen Empfindungen einen eigenen, ganz neuen Ausdruck. Für diese wie für alle anderen vorgetragenen Kompositionen, nicht nur die von Piazzolla, lässt sich eine eigentümlich melancholische Grundstimmung konstatieren.

Das gilt auch für Piazollas "Histoire du Tango". Die Sätze unterscheiden zwischen "Café", "Nightclub" und "Bordell". Dabei waren die ersten beiden Bezeichnungen wohl eher Decknamen für die dritte, denn die Entstehung des Tangos fand vorwiegend im Rotlicht-Milieu von Buenos Aires statt.

Als Zugabe durfte das dankbar applaudierende Publikum - frei nach Heinz Erhardt - "noch'n Tango" hören, und zwar den wohl berühmtesten von Piazzolla, den "Libertango".

Quelle: RP
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