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Stadt Willich
Viele "alte Hasen" im Presbyterium

Stadt Willich: Viele "alte Hasen" im Presbyterium
Christa Röhrscheid (von links), Werner Ridders, Pfarrer Dr. Michael Haarmann, Dr. Karin Issberner und Jutta Lorberg sind ein Teil des Presbyteriums der evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde Willich. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Im Presbyterium der evangelischen Emmaus-Gemeinde laufen alle Fäden zusammen. 24 Vertreter entscheiden über die Geschicke der Kirchengemeinde. Viele Presbyter sind seit Jahren im Einsatz. Von Bianca Treffer

"Ich bin gefragt worden, habe ja gesagt, wurde gewählt und bin seitdem dabei" - was Werner Ridders in einen einzigen Satz packt könnte auch ein ganzes Buch füllen, denn er gehört seit 29 Jahren dem Presbyterium der Emmaus-Gemeinde an. Eine ehrenamtliche Aufgabe, die ihm viel Freude bereitet. "Meine Eltern waren schon Presbyter, also war es für mich im Prinzip nichts Neues. Ich mache die Arbeit gerne. Wir sind ein tolles Team", sagt Ridders.

Mit seiner Begeisterung hat er vor 21 Jahren schon Christa Röhrscheid angesteckt, die er über die Arbeit kannte. "Ich komme aus einem christlich geprägten Haushalt. Mein Opa war Küster auf Norderney, und evangelische Religionslehrer gehört an der Grundschule mit zu meinen Schwerpunktfächern. Ich musste daher nicht lange überlegen, als Werner mich ansprach", erinnert sich die Grundschullehrerin. Wenn Christa Röhrscheid von der Kirchengemeinde spricht, fängt sie an zu schwärmen. Es sei eine sehr lebendige Gemeinde, und im Presbyterium gehe man mit Respekt miteinander um. Diskussionen seien von Sachlichkeit geprägt, und jeder habe das Wohl der Gemeinde im Auge. "Wir kommen so immer zu einem Ergebnis", betont die Schiefbahnerin.

Das Presbyterium der Emmaus-Gemeinde setzt sich aus 24 Vertretern zusammen. Dazu gehören die drei Pfarrer der Gemeinde, drei Mitarbeiter der Kirchengemeinde und 18 Ehrenamtler. "Das ist quasi die Regierung unserer Gemeinde, das Leitungsorgan", sagt Pfarrer Dr. Michael Haarmann. Im Presbyterium werden alle Entscheidungen, die die Emmaus-Gemeinde betreffen, getroffen - angefangen bei der Gebäudeverwaltung bis hin zum Personal. Wobei jeder Presbyter eine Stimme hat und sich mit all seinen Kompetenzen einbringt.

Während Ridders und Röhrscheid von Kindesbeinen in Sachen Presbyterium vorgeprägt waren, stellte es für Jutta Lorberg völliges Neuland dar. "Ich kannte die Arbeit nicht und wusste im Prinzip nicht, was passiert, als Dr. Haarmann mich vor fünf Jahren quasi überredet hat mitzuarbeiten", erinnert sich Lorberg, die damals als zugezogene Willicherin eigentlich nur ihren Sohn bei der Konfirmation begleitet hatte und sich auf einmal im Presbyterium wiederfand. Eine Entscheidung, die sie bis heute nicht bereut hat. "Ich bin damals in der Kirchengemeinde mit offenen Armen aufgenommen worden und kann jetzt durch meine Arbeit im Presbyterium ein Stück zurückgeben", sagt sie. Zeitlich sei es zwar nicht immer einfach, Familie, Beruf und die ehrenamtliche Tätigkeit unter einen Hut zu bekommen. Aber es gehe irgendwie immer, sagt Lorberg.

An jedem ersten Dienstag im Monat steht um Punkt 19.30 Uhr die Presbyteriums-Sitzung an - und die dauert locker bis 22 Uhr. Schließlich fallen eine Menge Dinge an, und alles wird ausführlich diskutiert und von allen Seiten beleuchtet, bevor eine Entscheidung fällt. Dazu geht es einmal im Jahr über ein Wochenende zur Klausur. Das sehen alle als wichtig an, denn dann "hat man den Kopf wirklich vom Alltag frei und kann sich ganz auf die anliegenden Aufgaben und Entscheidungen konzentrieren", sagt Dr. Karin Issberner, die dem Presbyterium ebenfalls seit fünf Jahren angehört. Wobei sie bis heute nicht wisse, wie es passieren konnte, aber auf einmal sei sie im Presbyterium gewesen, meint sie lachend.

Neben den Aufgaben im Presbyterium ist jedes Mitglied noch in zwei bis drei Ausschüssen der Kirchengemeinde aktiv. Insgesamt gibt es neun Ausschüsse. Dazu gehören Finanzen, Bauen, Diakonie, Arbeit mit Erwachsenen, Kindergarten, Kirchenmusik, Kinder und Jugendliche, Öffentlichkeit sowie der Ausschuss Gottesdienste, Theologie und Verkündigung. Richtungsweisend tätig zu sein, die Gemeinde mitzutragen und für die Zukunft aufzustellen, lässt alle mit Freude die vielfältigen Aufgaben, die Kirche mit sich bringt, leisten.

Quelle: RP
 
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