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Stadt Willich
Viele Engel führen an den Grenzweg

Stadt Willich: Viele Engel führen an den Grenzweg
Die Aktion "Der Grenzweg öffnet ein Fenster zum Advent" ging jetzt in die zweite Halbzeit. Die Interessengemeinschaft Grenzweg hat diese Adventsreihe zum ersten Mal überhaupt gestartet. FOTO: ACHIM HÜSKES
Stadt Willich. 14 Fenster sind bereits geöffnet, zehn folgen noch. Am Grenzweg in Neersen lockt die Aktion "Der Grenzweg öffnet ein Fenster zum Advent". Sylvia Käter baute dazu eine kleine Landschaft mit Holzengeln auf. Von Bianca Treffer

Zwei flackernde Fackeln am Grenzweg 87 leuchten hell in der Dunkelheit und weisen den Weg zum Haus. In einem frei schwebenden Feuerkorb knistern die Flammen, und ein große Feuerschale verbreitet wohlige Wärme. Ein Tannenbaum an der Hausecke trägt Schleifen und weiteren Weihnachtsschmuck. Unter ihm leuchtet eine rote Kugel geheimnisvoll, wobei deren Licht sich in Fliegenpilzen aus Keramik spiegelt. Lichterketten schmücken die Hauswand, über der Haustüre hängt ein Mistelzweig, und auf dem Holztisch ist inmitten von Moos eine kleine, hell erleuchtete Stadt entstanden. Die Bank, die ein Stückchen weiter steht, zieren Laternen mit Engeln sowie weitere Kerzen. Zwischen Bank und Tisch geht es hingegen geheimnisvoll zu. Bisher verdeckt noch ein langes weißes Tuch, was sich dort befindet. Nur die Lichterketten leuchten magisch durch den Stoff hindurch.

"Ich darf alle zum nunmehr 13. Adventsfenster begrüßen. Wir starten damit heute, am Santa Lucia- Tag, die zweite Halbzeit", sagt Werner Bögershausen. Eine kurze, herzliche Begrüßung, die mit einem kleinen Applaus seitens der rund 50 Besucher honoriert wird. Dann greifen Bögershausen und Gerd Zenses zum Tuch. Mit einem Ruck ist das Tuch herunter, und der Blick auf eine ganze Schar von Holzengeln, die in einer mit Lichterketten erhellten Tannengrünlandschaft stehen, ist freigegeben. "Ist das schön", ist es gleich mehrmals aus den Besucherreihen zu hören.

Auch das nunmehr 13. Fenster der Aktion "Der Grenzweg öffnet ein Fenster zum Advent" kommt bestens an. Mit der Aktion feiert die Interessengemeinschaft Grenzweg eine Premiere. Seit dem 1. Dezember öffnet jeden Tag, pünktlich um 18 Uhr, ein Haus am Grenzweg sowie der unmittelbaren Nachbarschaft ein Adventsfenster - wobei es sich nicht ausschließlich um ein geschmücktes Fenster handeln muss. Was und wie gestaltet wird, ist den Teilnehmern der Aktion freigestellt. Ein jeder kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Die Idee dazu wurde bei der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft im Juni geboren. Dagmar und Gerd Zenses brachten den Vorschlag ein, der mit Begeisterung aufgenommen wurde. Es bildete sich ein vierköpfiges Organisationsteam, das die Koordination der Adventsfenster übernahm. "Innerhalb von vier Tagen waren alle Termine weg", freut sich Gerde Zenses über die gute Teilnahme seitens der Anwohner. Auch der St. Konradchor sowie die St. Konrad Schützengilde bringen sich mit je einem Fenster ein. Am 24. Dezember, dem letzten Adventsfenster, rückt die St. Konrad Kapelle in den Mittelpunkt. Dessen Krippe ist das Fenster am Heiligen Abend. "Nachdem wir die erste Hälfte der Adventsfenster hinter uns liegen haben, können wir ein mehr als nur positives Resümee ziehen. Die Vielfalt der Fenster begeistert, und wir verzeichnen bei den einzelnen Abenden einen sehr guten Zuspruch", sagt Werner Bögershausen. Die Idee sei einfach nur schön, bringt es Sylvia Käter auf den Punkt, die die Landschaft voller Engel und weiterem Schmuck kreiert hat. Damit aber nicht genug. Hinter ihrem Haus steht ein Pavillon. In Glühweinkochern werden Glühwein und Kinderpunsch warm gehalten. Dazu warten Schalen mit Plätzchen und Tabletts mit Kanapees auf die Besucher. "Ein jeder lässt sich eine kleine kulinarische Überraschung einfallen. Beim Fenster Nummer zwölf gab es Bratäpfel dazu", verrät Marlene Bögershausen. Wobei die Interessengemeinschaft für die Adventsfenster Glühweintassen und die Glühweinkocher angeschafft hat sowie bei Bedarf einen großen Schirm zur Verfügung stellt. "Ich denke, die Aktion fördert die Nachbarschaft und den Gemeinschaftssinn. Es ist einfach toll", bemerkt Monika Killmann, die ebenfalls schon ein Fenster öffnete. Bei ihr gibt es einen Winterwald zu sehen.

Quelle: RP
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