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Stadt Willich
Von der Theorie in die Praxis

Stadt Willich. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3) in den Kindertagesstätten nimmt zu. Erzieherinnen des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Viersen haben sich bei einer Fortbildung auf die neuen Anforderungen vorbereitet. Von Natascha Becker

Die elementare Bewegungsförderung nach Emmi Pikler und Elfriede Hengstenberg ist Pädagogen ein Begriff. Was aber genau dahinter steht, wie die Lehren umgesetzt werden können und wie wichtig schon frühzeitige Ansätze bei Kindern unter drei Jahren sind, darüber referierte jetzt Eva Schmale, Bewegungstherapeutin von der Hengstenberg-Pikler-Gesellschaft, im Familienzentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Willich-Wekeln.

15 Leiterinnen und Mitarbeiterinnen der DRK-Kindertagestätten und Familienzentren aus dem Kreis Viersen konnten dabei selber erfahren, was es heißt Pikler-Hengstenberg-Materialien zu benutzen. "Kinder sollen einen individuellen Zugang zur Bewegung erhalten. Ihnen soll kein animierter Sport aufgedrängt werden, sondern sie sollen aus freiem Entschluss Sachen machen, die sie sich zutrauen", verdeutlichte Schmale. Schon im Babyalter fängt Bewegung an, damit die Kinder eine gesunde Körperhaltung entwickeln und sich stimmig entwickeln können.

Für die Kindertageseinrichtungen heißt dies, den Kindern unter drei Jahren (U3) entsprechende Bewegungsmöglichkeiten anzubieten. Wie das aussehen kann, machte Schmale mit einem aufgebauten Balancier- und Kletterparcours klar. "Alles ist bodennah. Aber die U3 lernen alles kennen. Sie können zum Beispiel eigenständig Höhenunterschiede erkunden und lernen, wo sie aufpassen müssen. Sie merken es sich", erklärte die Bewegungstherapeutin.

Aber auch der Umgang mit Sprossen, das Balancieren auf Kippelbrettern, all das fördere die Kinder und trage zu einer aktiven Persönlichkeitsentwicklung bei. Kinder entwickelten Kompetenzen. Haltungsschäden seien ein Fremdwort. Aber selbst bei Kindern, die älter sind und bereits Haltungsschäden aufweisen, greife das Arbeiten mit den Materialien. Regelmäßiges Balancieren korrigiere mit der Zeit bestehende Haltungsschäden. "Sie wachsen sich raus", informierte Schmale.

Ganz fremd war die Thematik der elementaren Bewegungsförderung der Familienzentrums-Leiterin Helga Schmitz nicht. "Wir haben uns schon bevor es mit der Betreuung der U3 losging, das entsprechende Buchmaterial angeschafft", erzählte sie. "Aber die heutige Fortbildung ist doch etwas ganz anderes. Jetzt wird die Theorie aus den Büchern mit Leben gefüllt", sagte Schmitz. Sie könne viel vertiefendes aus der Fortbildung mitnehmen, beschrieb Erzieherin Mathilde Henneke-Bieber ihre gemachten Erfahrungen. Wie stark man sich am natürlichen Bewegungsdrang der Kinder orientieren soll und das von klein auf, sei eindrucksvoll vermittelt worden.

Quelle: RP
 
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