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Willich/Tönisvorst
Vorsicht vor Fahrraddieben

Willich/Tönisvorst: Vorsicht vor Fahrraddieben
Zwar mit einem kräftigen Bügelschloss gesichert, aber nicht angekettet ist dieses Fahrrad an der Hochstraße in St. Tönis. FOTO: Wolfgang Kaiser
Willich/Tönisvorst. Die Zahl der Fahrraddiebstähle ist im Vergleich zu den Jahren 2010 bis 2012 im Kreis Viersen zwar stark gesunken, aber immer noch werden hier im Schnitt vier Räder am Tag gestohlen. Von Ludwig Jovanovic

Es ist erst wenige Wochen her, dass Diebe an der Zweitorstraße in Viersen einbrachen und aus einem Gartenhaus sowie einer Garage unter anderem ein Mountainbike, Damenräder sowie ein Kettler-Rad stahlen. Und solche Vorfälle sind kein Einzelfall. Es passiert etwa viermal am Tag im Kreis: Ein Fahrrad verschwindet. Vor dem Laden, aus einer Garage, von einem Abstellplatz. Es wurde gestohlen. Im bundesweiten Vergleich steht der Kreis aber noch ziemlich gut da. Die jüngste Statistik des Verbraucherportals "billiger.de" kam zum Schluss, dass in Deutschland alle 90 Sekunden ein Fahrrad gestohlen wird.

Nach Angaben der Kriminalitätsstatistik für den Kreis Viersen wurden im vergangenen Jahr 1482 Fahrraddiebstähle gemeldet. Diese Zahl liegt zwar etwas höher als noch 2013 mit 1387 Taten, aber im Vergleich zu den Jahren zuvor ist es dennoch ein massiver Rückgang: 2011 beispielsweise wurde 1951 Diebstähle eines Zweirads gemeldet.

Allerdings ist mit sinkenden Fallzahlen auch die Aufklärungsquote gefallen: 2011 wurden fast neun Prozent aller Diebstähle aufgeklärt, vergangenes Jahr waren es 7,4 Prozent und 2013 sogar nur noch 5,1 Prozent. Zum Vergleich: Der Bundesschnitt liegt bei 9,6 Prozent.

Diese Zahlen machen vor allem eins klar: Wenn das Fahrrad erst einmal gestohlen worden ist, scheint die Wahrscheinlichkeit, es wieder zurückzubekommen, nicht sehr groß. Und weil moderne Zweiräder mittlerweile auch gerne 1000 Euro und noch mehr kosten, ist der Schaden entsprechend hoch. Mit rund 500 Euro pro Geschädigtem kalkulieren daher heute die Versicherer.

In der Regel ist den Opfern dabei kein Vorwurf zu machen. Laut Angaben der Kreispolizei war "der weit überwiegende Teil der gestohlen gemeldeten Fahrräder, zumindest nach den Angaben der Eigentümer bei Anzeigenerstattung, abgeschlossen". Professionelle Diebe rechnen aber eben damit und knacken sogar schwere Bügelschlösser, weil sie Bolzenschneider oder sogar, wie die Feuerwehr, hydraulische Scheren benutzen.

Die meisten Verbrecher sind indes nicht so gut ausgestattet. Einige nutzen einfach nur die günstige Gelegenheit - und nicht jede Diebstahl-Sicherung verdient ihren Namen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät zu hochwertigen Bügel-, Panzerkabel-, Ketten- oder Faltschlössern. Rahmen- oder Speichenschlösser dagegen würden nicht ausreichen.

Auch die Polizei im Kreis stellt nach eigenen Angaben sehr häufig fest, dass "Menschen zwar sehr viel Geld in die Hand nehmen, um ein hochwertiges Fahrrad zu kaufen". Hingegen scheuen oder vergessen sie "zu häufig die Investition von einigen zig Euro mehr für eine wirklich taugliche und schützende Diebstahlsicherung".

Der ADFC rät außerdem dazu, Rahmen und Vorder- oder Hinterrad nur an etwas anzuketten, das selbst fest verankert ist - wie einen Fahrrad-Abstellplatz oder ein Laternenmast. Und selbst zu Hause im Vorgarten oder im Gemeinschaftskeller sollte man sein Rad stets sichern und anketten. Wer unterwegs ist, sollte sich einen belebten Platz aussuchen, um das Rad abzustellen.

Denn bundesweit nimmt die Zahl der Diebstähle zu: Um 23 000 Räder oder 7,2 Prozent hat der Fahrraddiebstahl im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland zugenommen, dabei entstand ein Gesamtschaden von 160 Millionen Euro.

Quelle: RP
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