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Stadt Willich
Was tun beim Feueralarm im Rauchhaus?

Stadt Willich: Was tun beim Feueralarm im Rauchhaus?
Mario Arlt vom Löschzug Willich erklärt seinen Zuschauern, wie eine Fluchthaube funktioniert. Zuvor hatte er im großen Puppenhaus dichten Qualm erzeugt und so den Brandmelder ausgelöst. FOTO: ACHIM HÜSKES
Stadt Willich. Wofür die Feuerwehr steht, das erfuhren die Besucher beim Tag der offenen Tür des Löschzugs Willich der Freiwilligen Feuerwehr Willich. Die Einsatzkräfte boten ein informatives und unterhaltsames Programm an. Von Bianca Treffer

Kaum hat Mario Arlt den kleinen Schalter umgelegt, setzt in der Küche des großen Puppenhauses dichter Qualm ein. "Die Bewohnerin hat vergessen, den Herd auszuschalten. Die Bratpfanne mit Inhalt hat Feuer gefangen. Die Bewohnerin befindet sich in der zweiten Etage bei ihrem Kind im Zimmer", erklärt der Unterbrandmeister des Löschzuges Willich die Situation. Der Qualm sucht sich durch die geschlossene Küchentür seinen Weg in den Flur. Kaum hat der Rauch das Treppenhaus erreicht, geht der dort installierte Rauchmelder an.

"Hat man jetzt noch eine Chance über den Flur aus dem Haus zu kommen?", möchte Nadja Bell wissen, die das Szenario in dem sogenannten Rauchhaus gemeinsam mit ihrem fast dreijährigen Sohn Daniel verfolgt. Arlt schüttelt den Kopf. "Man sollte nie versuchen, durch den Qualm raus zukommen. Je nach Konzentration reichen drei bis fünf Atemzüge des Rauchgases, um ohnmächtig zu werden, und das war es dann", warnt Arlt und erklärt im gleichen Atemzug das richtige Verhalten. Gewarnt durch den Rauchmelder Tür des Zimmers schließen, in dem man sich befindet. Mit einer Decke die Tür unten abdichten, Fenster öffnen, um Hilfe rufen und wenn ein Telefon vorhanden ist, sofort 112 wählen. Die Feuerwehr rettet entsprechend mit der Drehleiter bzw. in Atemschutzkleidung durch das Treppenhaus. "Wir führen dann Fluchthauben mit uns, die der Bürger anzieht und die einen Gang durch den Qualm ermöglichen", informiert der Unterbrandmeister. Die Fragen, wo Rauchmelder im Haus angebracht sein sollten, beantwortet Arlt ausführlich.

Aber nicht nur hier geht es informativ zu. Einmal einen Rettungswagen von innen sehen, die Fahrzeuge sowie die Ausrüstung der Feuerwehr kennenlernen, auf Gefahrenpunkte im eigenen Haus aufmerksam gemacht werden, die Einsatzkräfte bei der Arbeit beobachten und sogar selber mit Hand anlegen, all das bot der Tag der offenen Tür auf dem Gelände der Willicher Feuerwache. Der Löschzug Willich der Freiwilligen Feuerwehr hatte dazu eingeladen. Wie gefährlich so zum Beispiel eine Sprayflasche, in diesem Fall ein Deodorant, sein kann, wenn sie extremer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, erleben die Besucher bei den zahlreichen Vorführungen. Durch die Wärme dehnt sich das Gas aus und mit einem Knall, der so manchen der Besucher zusammenzucken lässt, geht die Dose hoch. Die Fettexplosion überrascht nicht minder. "Aus einem Liter Wasser werden 1700 Liter Wasserdampf. Sie können sich also vorstellen, was passiert, wenn jemand eine Fritteuse oder eine brennende Pfanne versucht mit Wasser zu löschen", sagt Brandmeister Christian Dohmgans. In Richtung des großen Sandhaufens auf der abgesperrten Fläche rumpelt indes ein Radlager. Auf seinen Auslegern steht ein aus Paletten gebauten Haus, das auf der Sandfläche abgesetzt wird. Ein Werk der Jugendfeuerwehr, die im Anschluss direkt zeigt, wie sie das brennende Objekt fachgerecht löscht. Hau den Lukas mittels Wasser pumpen, den Ball mit Wasserkraft durchs Labyrinth treiben oder sich sogar ins vernebelte Zelt wagen - Langeweile war beim Tag der offenen Tür ein absolutes Fremdwort.

Quelle: RP
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