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Anrath
Weihnachtsmarkt im Anrather Frauengefängnis

Anrath: Weihnachtsmarkt im Anrather Frauengefängnis
Insassen der Anrather Justizvollzugsanstalten haben eifrig gewerkelt und gebastelt. FOTO: wolfgang kaiser
Anrath. "Wir haben etwa 22 Kartons voller Geschenkideen zum Fest mitgebracht, etwa zwei Drittel sind schon leer", sagte Ramona Hohlfelder. Sie arbeitet als Vollzugsbeamtin im Anrather Frauengefängnis. Es sind noch nicht einmal vier Stunden vergangen, seitdem der kleine Weihnachtsmarkt am "Historischen Gefängnismuseum" öffnete.

Die Resonanz war stark. Zum vierten Mal hatten Inhaftierte beider Vollzugsanstalten, die der Männer und Frauen, mit vielen Beschäftigten den Markt möglich gemacht. Das ganze Jahr über hatten Inhaftierte unter anderem in den Holzwerkstätten, Bekleidungskammern oder in den Gärtnerbetrieben geschnitzt, gemalt, genäht oder Adventsgestecke hergestellt.

Die Besucher kamen von überall her. Gerade hatte eine Mönchengladbacherin für 25 Euro einen Nistkasten mit dem Logo von Borussia Mönchengladbach erworben. "Wir stellen im Jahr allein etwa 700 solcher Vogelhäuschen her", erklärte Werkdienstmeister Adrian Kalk vom Männerhaus. Sterne und Herzen aus Holz waren der Renner. Und es gibt im Internet sogar unter www.knastladen.de einen virtuellen Shop, in dem man die verschiedensten Erzeugnisse bestellen kann, vom Jahreskalender "Lost Places" bis zu Stofftaschen oder Halsketten.

"Es läuft sehr gut", sagte Mit-Organisator Thomas Hurtmann. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Draußen gab es Reibekuchen oder Quarkbällchen, drinnen im Museum Spätburgunder oder einen trockenen Riesling. In einer Außenstelle der JVA Heilbronn in Talheim hatten sich zwölf Beamte zu Winzern ausbilden lassen und mithilfe der Gefangenen Traubensäfte hergestellt. Auch bestand die Möglichkeit, sich das Museum anzuschauen oder bei den Deko-Artikeln von Ruth Stiegen und Sonja Wozniak zuzugreifen. Der "Der Arbeitskreis Fremde" war mit einigen Flüchtlingen auch mit von der Partie. Er bekommt in diesem Jahr den Reinerlös des Weihnachtsmarkters. Im vergangenen Jahr waren mehr als 2000 Euro an das Vorster Medikamentenhilfswerk Action Medeor gegangen.

(schö)
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