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Willich
Wie geht’s dem Hospital?

Willich. Die Mutmaßung der Liberalen, das Katharinen-Hospital habe „anscheinend Probleme“ schlägt Wellen. Bei der CDU ist man empört und wirft der FDP vor, unverantwortlich mit der Angst der Bürger zu spielen. Von Jan Popp-Sewing

Bei den Neusser Augustinus-Kliniken, die das Katharinen-Hospital am 1. Juli 2007 von der Pfarre St. Katharina übernommen haben, ist man über den Wirbel in Willich überrascht: „Das Katharinen-Hospital schreibt schwarze Zahlen“, versichert die Geschäftsführung. Am Standort Willich werde nicht ab- sondern ausgebaut.

Die FDP möchte, dass ein Vertreter der Augustinus-Kliniken im Stadtrat etwas zur Lage des Hauses und zu seiner Zukunft sagt. An sich Routine, wäre da nicht die Begründung der Liberalen: „Auch das Katharinen-Hospital hat anscheinend Probleme, sonst hätte der Träger nicht gewechselt“, so ihr Sprecher Ulrich Mischke. Über diese öffentlich geäußerte Vermutung ist man bei der CDU empört. „Ich halte es für grob fahrlässig, die Leute so zu verunsichern“, sagt der Willicher CDU-Chef, der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer. Er appellierte an die „gesamtstädtische Verantwortung der FDP“, die schließlich auch einen Bürgermeister stelle. CDU-Sprecher Guido Goertz warf den Liberalen Populismus vor. Ulrich Mischke versteht wiederum die Aufregung bei der CDU nicht: Da das Krankenhaus keine öffentliche Einrichtung sei, sei beim Trägerwechsel nur der Bürgermeister, nicht aber der Rat informiert worden. Das solle jetzt nachgeholt werden, schließlich habe das Krankenhaus für Willich eine enorme Bedeutung – und alle Parteien hätten ein Interesse an der Erhaltung der medizinischen Nahversorgung. Auch das private St. Bernhard-Gymnasium berichte doch jährlich über seine Lage. Dass es vielen Klinken schlecht gehe, sei ja kein Geheimnis, fährt Mischke fort. Die FDP wolle den Trägervertretern lediglich Gelegenheit geben, sich vor dem Rat zu äußern. Mischke: „Das kann ja auch positiv sein“. Bei der Geschäftsführung der Augustinus-Kliniken sei die Anfrage jedenfalls auf Verständnis gestoßen.

Augustinus-Sprecherin Vera Thaller verweist darauf, dass der neue Träger dafür gesorgt hat, dass die Chirurgie des Hospitals seit dem 1. November mit dem erfahrenen Dr. Gerd-Uwe Neukamp einen eigenen Chefarzt hat. Der 46-Jährige war zuvor sechs Jahre Oberarzt und Vertreter des Chefarztes in der Chirurgischen Klinik am Evangelischen Krankenhaus Duisburg-Nord. Die Zeit, in denen sich das Hospital den Chirurgie-Chefarzt mit dem Neuwerker Krankenhaus teilen musste, sind damit vorbei. Außerdem habe der neue Träger eine halbe Million Euro in einen Computer-Tomographen und eine EDV-Anlage gesteckt. Von der Verlagerung medizinischer Fachabteilungen könne auch keine Rede sein.

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Quelle: RP
 
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