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Stadt Kempen
Wie man das Fließen von Wasser im Bild festhält

Stadt Kempen. Die neue Ausstellung, die jetzt in der Ateliergalerie Dreivier an der Moosgasse 9 eröffnet wurde, ist mit "Aus der Quelle" überschrieben. Und natürlich gibt es auch Wasser zu sehen, ansonsten ist der Titel viel weiter gefasst. Auch der Künstler oder eine Galerie kann Quelle sein. "Es drängt aus einem heraus", sagt Ingrid Filipczyk, eine der beiden beteiligten Künstlerinnen. Zusammen mit ganz frischen Arbeiten von Maria Elena Schwarzenberg zeigt sie ältere und neue Arbeiten, die nicht nur technisch, sondern auch formal ein großes Spektrum abdecken. Die gezeigten Arbeiten bedeuten für sie eine Entwicklung über 17 Jahre, von den Anfängen noch während ihres Studiums bis zu ganz neuen Arbeiten. Auf der Einladung ist eine Fotografie abgedruckt, die ein Wasserbecken abbildet, das die Künstlerin während einer Tibet-Reise mitten in einer trockenen Gegend entdeckte. Foto und Motiv sind relativ unspektakulär, wichtig ist der Moment. Festgehalten ist genau die erstarrte Bewegung von aufgestautem Wasser, das über die Begrenzung schwappt. Die Zustandsänderung war für Filipczyk entscheidend. Von Heribert Brinkmann

Später hat sie ihre Fotografien in Kohlezeichnungen übersetzt, wodurch sie "abstrakter" wurden, aber auch durch den goldenen Schnitt formal stringenter. In anderen Zeichnungen experimentiert sie mit chinesischer Tusch, verwischt Linien. Ganz neu sind ihre weißen Papierobjekte, die Reihung eines Kreiskegels, der immer flacher wird. Die Künstlerin verfolgt auch hier ihre Leidenschaft für Mathematik. Die Figuren folgen dem Prinzip der Fibonnachi-Zahlen, bei denen die Summe zweier aufeinanderfolgender Zahlen die nachfolgende ergibt. Auf gleichgroßen Kreisscheiben wird der Radius eingeschnitten, die Winkel folgen den Fibonnachi-Zahlen. Mit diesen dünnen wie leichten Objekten bespielt Ingrid Filipczyk den Boden des Ausstellungsraumes, etwa, was die Kempener Künstlerin fortan mit Gastkünstlern für Skulpturen noch viel stärker tun möchte. Die beiden Künstlerinnen sind in ihrer "Oase" in der Moosgasse auch offen für neue Aspekte. Maria Eliana Schwarzenberg hat bereits in der Produzentengalerie Arte dos mitgemacht und ist mit Filipczyk ein paar Hausnummern weitergezogen. Zu dieser Ausstellung "Aus der Quelle" hat die Krefelder Künstlerin sehr farbenfrohe Gemälde beigesteuert. Sie hat dabei die Leinwände mehrfach mit Klebestreifen abgedeckt und übermalt, so dass nicht nur das Horizontale und Fließende betont werden, sondern zwei Bilder in einem den Betrachter herausfordern. Und da die Künstlerin den Vorgang wiederholt hat, sind mehrere Schichten unter der obersten verborgen, so wie man auch nicht in tiefes Wasser schauen kann. Für diese Serie hat Schwarzenberg erstmals auf Acrylfarben gesetzt. Die Künstlerin liebt es, zu experimentieren, mit ihren Mitteln zu spielen. Die Farben sind in dieser Serie zwar die gleichen, werden aber stets anders kombiniert.

Quelle: RP
 
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