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Stadt Willich
Wieder Vandalismus am Nierssee

Stadt Willich. Nun, da das Wetter schöner wird, verschaffen sich vermehrt Angler und Schwimmer unbefugten Zutritt zum Baggersee. Doch das ist äußerst gefährlich. Von Jürgen Karsten

Alle Jahre wieder - sobald das Wetter etwas wärmer und angenehmer wird - häufen sich die Fälle von Vandalismus und unbefugtem Betreten am Nierssee, der Teil der Kläranlage Mönchengladbach-Neuwerk ist. So wurde die Umzäunung des Sees in den vergangenen Wochen wiederholt zerstört, Warnhinweise ignoriert und das Gelände um den Nierssee unbefugt betreten. "Die Unbekannten schrecken nicht davor zurück, Teile des Zauns aufzuschneiden, um durch diese Löcher auf das Gelände um den Nierssee zu gelangen", ärgert sich Jochen Kottmann, Betriebsleiter der Kläranlage Mönchengladbach-Neuwerk. Wahrscheinlich hätten es die meisten darauf abgesehen im Nierssee schwarz zu angeln. Sobald das Wetter jetzt jedoch wieder wärmer werde, seien auch Schwimmer unter den Unverbesserlichen.

Dies ist nicht ohne Risiko: So schön und harmlos der See liegt - er birgt Gefahren. Der See hat als ehemaliger Baggersee sehr steile Böschungen, die bis zu 18 Meter abfallen - und es an vielen Rändern unmöglich machen, wieder aus dem Wasser zu steigen.

Außerdem ist der See Teil des Betriebsgeländes der Kläranlage Mönchengladbach-Neuwerk. Dem See wird, damit er biologisch nicht kippt, Sauerstoff zugeführt: Drei große Kreisel belüften den See, die häufig stehen - und dann plötzlich anlaufen. Was fatale Folgen haben kann: Halten sich Schwimmer im Bereich der Kreisel auf, können die Kreisel wie Schiffschrauben wirken, den Schwimmer direkt verletzen oder ihn durch den entstehenden Sog unter die Wasseroberfläche ziehen. Zusätzlich wird der See mit Reinsauerstoff aus auf dem Grund liegenden Verteilermatten begast. Dies führt dazu, dass an diesen Stellen, wo der Sauerstoff aufsteigt, Schwimmer vom Wasser nicht getragen werden und untergehen können. Und die "Restverkeimung" im Wasser muss zwar nicht lebensgefährlich sein, kann aber mindestens für Magen- und Darmprobleme sorgen.

Der Niersverband weist daher noch einmal eindringlich darauf hin, Warnschilder und Absperrungen zu beachten. Er werde in den nächsten Wochen die Kontrollen rund um den Nierssee intensivieren, teilt er mit. Bei Antreffen von unbefugten Personen behält sich der Verband vor, Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch zu stellen.

Quelle: RP
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