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Tierquäler in Willich
Wieder verbrannte Igel in Mülleimern gefunden

Tierquäler in Willich: Wieder verbrannte Igel in Mülleimern gefunden
Bereits im Jahr 2013 wurden 15 verbrannte Igel in Mülleimern gefunden. Der oder die Täter konnten nicht gefasst werden. FOTO: Polizei
Willich. Nach einer unaufgeklärten Serie von Igeltötungen im Jahr 2013 ist der unbekannte Täter offenbar wieder aktiv geworden: Am Mittwoch wurde ein verbrannter Igel in einem Mülleimer gefunden. Die Polizei bittet dringend um Hinweise. 

Wie die Polizei mitteilte, wurden in diesem Frühjahr bereits zwei Igel gefunden, die augenscheinlich auf dieselbe Art getötet wurden bzw. getötet werden sollten, wie die Tiere in 2013. Die Kripo prüft daher einen Tatzusammenhang.

Am 16. Mai 2015 meldete eine Passantin den Fund eines verbrannten Igels in einem Mülleimer auf einem Bolzplatz an der Schiefbahner Straße in Willich. Die Frau informierte die Polizei, die den augenscheinlich verbrannten Kadaver barg. Der Bolzplatz befindet sich zwischen dem Freizeitzentrum und dem Schwimmbad De Bütt. Auf der Vorwiese gibt es vier Bänke und zwei Mülleimer. Aus einem dieser metallenen Abfallbehälter bargen die Einsatzkräfte das tote Tier. Die danach durchgeführten Ermittlungen führten bisher nicht zu weiteren Erkenntnissen und auch nicht auf die Spur eines möglichen Tatverdächtigen. Auch die Tatzeit bzw. Liegezeit des Kadavers in dem Mülleimer ließ sich nicht mehr feststellen, so die Polizei. 

Tierquäler-Fälle in NRW FOTO: dpa, Andrea Warnecke

Am Mittwoch, 3. Juni 2015, meldete ein Mitarbeiter der Stadt Willich den Fund eines zweiten schwer verletzten Igels in einem Mülleimer auf dem Spielplatz neben dem Kindergarten auf der Kantstraße. Der Igel wurde sofort einem Tierarzt übergeben. Ob er überleben wird, steht derzeit nicht fest. Das verletzte Tier zeigte Brandverletzungen und verschmolzene Plastikreste in den Stacheln. Die Kripo geht aufgrund der beschriebenen Auffindesituation davon aus, dass das Tier in den Mülleimer gesetzt und dort in Brand gesetzt wurde. Möglicherweise wurde das gefangene Tier mit einer Plastiktüte zu dem Mülleimer transportiert. Ob dies so war und ob es sich bei dem möglichen Transportmittel um die Plastiktüte handelt, die auf dem veröffentlichten Foto in Teilen erkennbar ist, wissen die Ermittler nicht. Der Igel wurde in Resten einer teils verschmorten Plastiktüte gefunden, die weiß, gelb und orange war und am mutmaßlichen Boden ein Zeichen, evtl. einen "Umweltengel" oder ähnliches trug. Auch in diesem Fall lässt sich die Tatzeit nicht genau eingrenzen.

Die Kripo bittet die Bevölkerung dringend um Mithilfe und fragt: Wer hat zu den beschriebenen Zeiten rund um die Fundorte verdächtige Beobachtungen gemacht? Ebenfalls bittet die Kripo um besondere Sensibilität: Achten Sie bitte bei Spaziergängen oder sonstigen Aufenthalten in Grünanlagen auf verdächtige Beobachtungen. Gesunde Tiere sind in der Regel nachtaktiv, so dass die Polizei besonders an Beobachtungen in den Abend- und Nachtstunden interessiert ist: Melden Sie auch jede noch so kleine verdächtige Beobachtung sofort über die 110.

Bereits im Jahr 2013 hatte die Kripo sich mit einer Serie von Igeltötungen in Willich beschäftigen müssen. Damals waren der Polizei zwischen August und Oktober insgesamt 15 durch Inbrandsetzung gequälte bzw. getötete Igel gemeldet worden. Die Ermittler hatten damals mehrere Personen in den Fokus genommen und zu den Igeltötungen befragt. Es war zwar nicht gelungen, einen Tatnachweis zu führen, jedoch hörte die Serie nach diesen deutlichen Worten an mögliche Tatverdächtige auf und setzte sich auch im Jahr 2014 nicht fort.

Aufgrund der Erfahrungen in Zusammenhang mit der Serie von Igeltötungen im Jahr 2013 bittet die Polizei darum, keine eigenen Nachforschungen anzustellen, ohne Rücksprache mit der Kripo zu nehmen. Eigeninitiativen, so gut gemeint sie sind, können polizeiliche Ermittlungen gefährden.

(ots)