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Stadt Willich
Wieder zwei angezündete Igel gefunden

Stadt Willich: Wieder zwei angezündete Igel gefunden
Gestern veröffentlichte die Polizei dieses Foto, das die vorgefundene verschmorte Tüte zeigt. Wer kann etwas zu der Tüte sagen? FOTO: POLIZEI
Stadt Willich. Gestern fand ein Mitarbeiter der Stadt in einem Mülleimer eine verschmorte Tüte mit einem schwer verletzten Igel. Bereits im Mai war wieder ein verbranntes Tier gefunden worden. Die Polizei bittet jetzt die Bevölkerung um Mithilfe. Von Heribert Brinkmann

Ein Mitarbeiter der Stadt Willich fand gestern einen schwer verletzten Igels in einem Mülleimer auf dem Spielplatz neben dem Kindergarten an der Kantstraße. Der Igel wurde sofort einem Tierarzt übergeben. Ob er überleben wird, stand gestern nicht fest. Das verletzte Tier zeigte Brandverletzungen und verschmolzene Plastikreste in den Stacheln. Die Kripo geht davon aus, dass das Tier in den Mülleimer gesetzt und dort in Brand gesetzt wurde. Möglicherweise wurde das gefangene Tier mit einer Plastiktüte zum Mülleimer getragen. Ob dies so war und ob es sich dabei um die Plastiktüte handelt, die auf dem Foto in Teilen erkennbar ist, wissen die Ermittler nicht. Der Igel wurde in Resten einer teils verschmorten Plastiktüte gefunden, die weiß, gelb und orange war und am mutmaßlichen Boden ein Zeichen, einen "Umweltengel" oder ähnliches trug. Vielleicht kann jemand Angaben zu der Tüte machen?

Die Tatzeit lässt sich nicht genau eingrenzen. Die Tat dürfte aber mit einiger Wahrscheinlichkeit vermutlich am Dienstagabend oder in der Nacht zu Mittwoch geschehen sein, so dass besonders Beobachtungen aus diesen Stunden hilfreich sein können.

Der Fund gestern ist bereits der zweite in diesem Jahr. Am 16. Mai meldete eine Passantin den Fund eines verbrannten Igels in einem Mülleimer auf einem Bolzplatz an der Schiefbahner Straße in Willich. Die Frau informierte die Polizei, die den augenscheinlich verbrannten Kadaver barg. Der Bolzplatz befindet sich zwischen dem Freizeitzentrum und dem Schwimmbad De Bütt. Auf der Vorwiese gibt es vier Bänke und zwei Mülleimer. Aus einem dieser metallenen Abfallbehälter bargen die Einsatzkräfte das tote Tier. Die Tatzeit oder Liegezeit des Kadavers im Mülleimer ließ sich nicht mehr feststellen.

Bereits im Jahr 2013 hatte die Kripo Willich sich mit einer Serie von Igeltötungen in Willich beschäftigen müssen. Damals waren der Polizei zwischen August und Oktober insgesamt 15 Igel gemeldet worden, die gequält oder getötet wurden, indem sie angezündet worden waren. Über diese Taten hatte die Polizei ab dem 2. August 2013 berichtet. Dank zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung und intensiven Ermittlungen hatten die Ermittler damals mehrere Personen in den Fokus genommen und zu den Igeltötungen befragt. Es war zwar nicht gelungen, einen Tatnachweis zu führen, jedoch hörte die Serie nach diesen deutlichen Worten an mögliche Tatverdächtige auf und setzte sich auch im Jahr 2014 nicht fort.

Leider sind nun in diesem Jahr bereits zwei Igel gefunden und gemeldet worden, die augenscheinlich auf dieselbe Art getötet wurden oder getötet werden sollten, wie auch die Igel aus 2013 zu Tode gequält wurden. Die Kripo prüft daher einen Tatzusammenhang.

Jetzt bittet die Kripo die Bevölkerung besonders in Willich erneut dringend um Mithilfe: Wer hat zu den beschriebenen Zeiten rund um die Fundorte verdächtige Beobachtungen gemacht?

Ebenfalls bittet die Kripo um besondere Sensibilität: Jeder sollte bei Spaziergängen oder sonstigen Aufenthalten in Grünanlagen auf verdächtige Beobachtungen achten. Gesunde Tiere sind in der Regel nachtaktiv, so dass die Polizei besonders an Beobachtungen in den Abend- und Nachtstunden interessiert ist: Jede noch so kleine verdächtige Beobachtung sollte sofort über die 110 der Polizei gemeldet werden. Wie in allen anderen Kriminalitätsfällen trifft es auch in diesem Fall zu: Auch kleine, vermeintlich unbedeutende Beobachtungen können helfen, die Taten aufzuklären und den Beginn einer neuerlichen Serie von Tötungen zu stoppen. Man beschuldigt niemanden zu Unrecht einer Straftat, wenn man die Polizei anruft, weil man in der Dunkelheit jemanden mit Taschenlampen auf einem Spielplatz oder in einer Grünanlage in Willich hantieren sieht.

Die Polizei kommt gerne, und wenn es sich um einen unbescholtenen Hundebesitzer beim Spaziergang handelt, hat der erstens nichts zu befürchten und zweitens sicherlich großes Verständnis für die polizeiliche Überprüfung. Besonders verdächtig ist, wenn man in Verbindung mit der verdächtigen Tätigkeit einer solchen Person auch noch Schmerzensschreie (der Igel) hören sollte. Aufgrund der Erfahrungen in Zusammenhang mit der Serie von Igeltötungen im Jahr 2013 bittet die Polizei jedoch auch darum, keine eigenen Nachforschungen ohne Rücksprache mit der Kripo anzustellen.

Hinweise erbittet das KK Ost unter der Rufnummer 02162/377-0.

Quelle: RP