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Stadt Willich
"Willi Wisch" macht sauber

Stadt Willich. Zum achten Mal rief die Stadt Willich zur Aktion "Willi Wisch" auf, und am Samstag waren im Stadtgebiet rund tausend Bürger unterwegs, um Grünanlagen von Abfall zu reingen. Zwölf Tonnen Unrat wurden entsorgt. Von Willi Schöfer

Ehe Ingrid Neiser und Birgit Broszeit im Schlosskeller die Gulasch- und Erbensuppe für den großen Helferstab ausgaben, zog Gerd Neiser vom Geschäftsbereich "Zentrale Finanzen" ein Fazit der städtischen Säuberungsaktion "Willi Wisch": "Die Resonanz ist im Laufe der Zeit immer größer geworden, die lange Vorbereitung hat sich gelohnt." Den Erfolg merkten auch die Mitarbeiter der Gemeinschaftsbetriebe: Sie fuhren mit den Lkw rund zwölf Tonnen Müll zur Süchtelner Deponie oder auf den Willicher Wertstoffhof.

Ein Badezimmer gefunden

Alleine eine Wagenladung hatten die 320 Kinder der Wekelner Grundschule gesammelt. Schon tage zuvor waren sie mit den Plastiktüten durch die Gegend gelaufen, sammelten unzählige Zigarettenkippen, Flaschen, ja sogar kaputte Rasenmäher und Puppenwagen ein. Wekeln war in kleine Parzellen aufgeteilt. Elke Hartfiel schickte die Kinder auf Tour. Hinterher gab es als kleine Belohnung Laugenbrezel vom Förderverein. An der Aktion beteiligten sich unter anderem die Grundschule Willicher Heide und die Anrather Albert-Schweitzer-Schule, die erst heute unterwegs sein wird.

"Es ist eine Unverschämtheit, was in die Gegend geschmissen wird", zeigte sich nach seiner dreistündigen Aufräumaktion Bürgermeister Josef Heyes empört. Er hatte mit Nachbarn und Freunden die Hellingskull durchforstet, dort ein "ganzes Badezimmer mit Kacheln und Rigipsplatten" gefunden. Und Josef Heyes hatte einen Wunsch: "Ich möchte einmal diese Umweltsünder in flagranti erwischen."

Zum Abschluss der Aktion trafen sich die Sammler nach getaner Arbeit im Schlosskeller. Gekommen waren 29 Pfadfinder aus Willich. Darunter Jan Habscheid. "Ich habe auch einen Schirmständer, viele Flaschen und Dosen gefunden", plauderte der zehnjährige Pfadfinder vom Rudel "Akela". Gefragt, ob er selbst auch regelmäßig den Müll ordnungsgemäß in die Tonne schmeißt, nickt Jan und ergänzt: "Nur manchmal vertue ich mich noch, was in den brauen und was in die gelben Abfalleimer kommt."

Viele Umweltsünder schienen allerdings komplett vergessen zu haben, dass der Müll nicht in die Landschaft, sondern auf die Deponie gehört. "Wir haben neben Fahrrad-Gestellen und Klobrillen sogar Sex-Spielzeug entdeckt", schildert Helga Loth, die diesmal mit ihren Kindern Henning (12) und Anika (10) am Stahlwerk Becker unterwegs war. Zahlreiche Sponsoren waren außerdem an der Großreinemach-Aktion beteiligt, wie unter anderem Stadtwerke, Sparkasse Krefeld oder der Niersverband. Sogar Mc Donalds-Mitarbeiter gaben zur Belohnung Essensgutscheine aus, neben Brocker-Möhren, Teddys, Trinkdosen oder de Bütt-Gutscheine.

Mit dabei waren auch die Willicher Kolpingfamilie, Jugendfreizeiteinrichtungen, aber auch Einzelpersonen we der Neersener Siegfried Schade (67) oder Jäger Alois Robl (76), der sich mit seinen Söhnen Bernhard (46) und Manfred (52) das Schiefbahner Bruch vorgenommen hatte: "Wir haben Kubikmeter von gebündelten Prospekten und Unmengen von Autoreifen weggeschafft."

"Sie haben alle ein Zeichen gesetzt, dafür herzlichen Dank"; meinten übereinstimmend zum Abschluss Bürgermeister Josef Heyes und Willichs Kämmerer Willy Kerbusch. Frage des Tages

Quelle: RP
 
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