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Stadt Willich
Willich will nachhaltige Kommune werden

Stadt Willich: Willich will nachhaltige Kommune werden
Die Stadt Willich hat mehrere Projekte zum Klimaschutz - so auch die Klimaschutzsiedlung an der Ackerstraße. Nun bewirbt sie sich um die Teilnahme am Modellprojekt "Nachhaltige Kommune NRW". FOTO: KN
Stadt Willich. Trotz enger Finanzlage möchten Politik und Verwaltung das Thema Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren. Der Umweltausschuss beschloss jetzt einen neuen Schritt. Von Nadia Joppen

Willich soll sich für eine Teilnahme am Modellprojekt "Nachhaltige Kommune NRW" bewerben - das entschieden die Mitglieder des Umweltausschusses einstimmig. Das Projekt wird von der "Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW" (LAG 21 NRW) im Rahmen des Projektes "Global nachhaltige Kommune in NRW" angeboten: Es können sich zehn repräsentative Kommunen aus NRW beteiligen. Die LAG bietet ihnen an, sie bei der Entwicklung von integrierten Nachhaltigkeitsstrategien im Kontext der UN-Agenda 2030 zu begleiten.

Der Vorteil: Die Teilnahme an diesem Projekt ist kostenfrei. Die Maßnahme soll ein Ersatz für ein anderes Umwelt- und Klimaschutzprojekt der Stadt sein, so die Verwaltung: Sie will das nächste Auditierungsverfahren für den European Energy Award (EEA) im Jahr 2017 aussetzen - aus Kostengründen. Willich beteiligt sich daran seit mehreren Jahren und hatte 2011 und 2014 die Auszeichnung in Gold erhalten. Die Pause im Auditierungsverfahren hat keine Folgen, so die Verwaltung: "Eine Wiederaufnahme in das übernächste Auditierungsverfahren ist jederzeit möglich".

In der Sitzung des Umweltausschusses stellte Martin Schön-Chanishvili von der LAG 21 das Projekt vor. Interessierte Kommunen müssen sich bis Dezember 2015 bewerben, ein Beirat wählt dann zehn Kommunen aus. Das Projekt läuft bis Mitte 2017. In dieser Zeit erarbeiten "kommunale Akteure" aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft Lösungsansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung - bezogen auf die "globalen Nachhaltigkeitsziele" der UN. Die LAG unterstützt die Kommunen und begleitet über eine Auftaktveranstaltung am 20. Januar 2016 in Bonn, vier Netzwerktreffen, vier moderierte und wissenschaftlich begleitete Workshops in der Projektkommune, fachliche Unterstützung bei der Erarbeitung eines Handlungsprogrammes und eine Abschlusskonferenz.

Die Umweltpolitiker aller Fraktionen waren von dem Vortrag überzeugt. Roger Kurzawa (CDU) wollte wissen, wie viele Ziele realistischerweise in ein Handlungsprogramm aufgenommen werden könnten - Schön-Chanishvili hielt "plus/minus zehn Themen" für "ambitioniert". Hendrik Pempelfort (SPD) hielt das Projekt für eine sinnvolle Ergänzung, Hagen Becker (Grüne) meinte, es sei "umfassender als der EEA und könnte der Stadt viel bringen." Karl-Heinz Koch (FDP) meinte, für das Projekt würden personelle Ressourcen in der Verwaltung gebraucht. Das hatte die Technische Beigeordnete Martina Stall aber schon vorher angesprochen und darauf hingewiesen, dass der Umweltbeauftragte Franz-Carl Hübner und das Managementteam Umwelt diese Arbeit leisten könnten.

Auf die entsprechende Frage meinte Schön-Chanishvili, Willich habe mit einer Bewerbung gute Chancen auf die Teilnahme, weil sich bislang eher Großstädte beworben haben. Die Gruppe soll aber repräsentativ aus Kommunen unterschiedlicher Größe zusammengesetzt sein.

Quelle: RP
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