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Stadt Willich
Willicher Altenhilfeverein steht vor zahlreichen Problemen

Stadt Willich. Vor Jahren hatte der Altenhilfeverein noch mehr als 900 Mitglieder. Jetzt sind es noch 693, Tendenz weiter fallend. "Bei uns kommt nichts an jüngeren Menschen nach, und das ist ein großes Problem", sagt Renate Kirsch, die seit 2008 die Vorsitzende ist. Es gibt aber noch andere Probleme: So hat der ehrenamtliche Verein große Schwierigkeiten, seinen Mobilen Sozialen Dienst in gewohnter Weise aufrechtzuerhalten. Es fehlen Gelder, nachdem es seit 2014 den jährlichen Zuschuss der Stadt, zuletzt waren dies 15 300 Euro, nicht mehr gibt. Und es fehlen ehrenamtliche Helfer.

Gerade hat sich der Verein, der seit Langem auch die Trägerschaft der Begegnungsstätte auf dem Kaiserplatz in Alt-Willich hat, zu seiner Vollversammlung getroffen. Dabei fasste Geschäftsführerin Rita Peitz, die diese Aufgaben vor 19 Jahren übernommen hatte, zusammen, dass an sich der Mobile Dienst mit den zwei Fahrzeugen auch 2014 stark in Anspruch genommen worden sei. So hatte es im Vorjahr 2962 Einsätze mit den verschiedensten Hilfestellungen gegeben. Angefangen bei Fahrten zu Ärzten oder Behörden über haushaltsnahe Dienstleistungen bis hin zum Bring- und Abholdienst der Senioren aus allen Stadtteilen zur DRK-Tagespflege.

Dank des relativ guten Spendenaufkommens konnte das Defizit diesmal in Grenzen gehalten werden. Betrug das Minus Ende 2013 noch rund 22 000 Euro, waren es zwölf Monate später 3500 Euro. "Wir brauchen Sponsoren, die zum Beispiel die Spritkosten für die Fahrzeuge übernehmen", wünscht sich Renate Kirsch. Sonst müssten Angebote eingeschränkt werden. Und die langjährige Vorsitzende appellierte an die Mitglieder, bestimmte Aufgaben zu übernehmen. Als Beispiel wurde die Haus- und Straßensammlung genannt, die nicht mehr durchgeführt werden kann, weil es dafür keine Helfer gibt. Außerdem seien Autoren für das eigene, wieder im Juli erscheinende Magazin "Spätlese" immer herzlich willkommen.

Geschäftsführerin Renate Peitz, die ferner auf der Suche nach jungen Leuten ist, die beim Altenhilfeverein ihr Freiwilliges Soziales Jahr machen möchten, sprach in ihrem Rückblick von einem anderen wohl immer größer werdenden und besorgniserregenden Problem, das die Mitarbeiter bei ihren Einsätzen in den Haushalten so formuliert hatten: die zunehmende Vereinsamung vieler Menschen, die zu keinerlei Aktivitäten zu motivieren seien, teilweise psychisch erkrankt seien und oftmals Trost im Alkohol suchten. Es sei sehr schwer bis nahezu unmöglich, diese Menschen für irgendwelche Aktivitäten oder für den Besuch in der Begegnungsstätte zu gewinnen. Peitz: "Viele schämen sich, bauen Barrikaden auf, die wir nicht entfernen können. Die Hemmschwelle ist zu groß."

Natürlich wurde das Angebot gemacht, in der Begegnungsstätte vorbeizuschauen. Mitglieder im Altenhilfeverein braucht man dazu nicht zu sein. Die Begegnungsstätte, die unter anderem Klön- und Spielnachmittage sowie Gymnastik anbietet, hat täglich von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet, außerdem findet dort donnerstags von 9 bis 11 Uhr ein Marktfrühstück statt. Weitere Angebote folgen, so der Besuch von Modenschauen, eines Planetariums oder von "Sea Life" in Oberhausen.

Wer beim Altenhilfeverein mitmachen oder diesen finanziell unterstützen möchte, kann sich an Renate Kirsch wenden, Tel. 02154 3267.

(schö)
 
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