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Stadt Willich
Willicher Wache braucht zweite Zufahrt

Stadt Willich. Feuerwehr-Chef Thomas Metzer, gerade für sechs weitere Jahre bestätigt, hat sich viel vorgenommen: Er will sich mehr um den Feuerwehr-Nachwuchs kümmern. Die Feuerwehr ist gut aufgestellt, aber er sieht auch Schwachstellen. Von Willi Schöfer

Den "Rekord" hält bis jetzt Heinz-Josef Hammes, der von 1970 bis 1992 der Wehrleiter in der Stadt Willich war. Ihm ist aber Thomas Metzer auf der Spur. 18 Jahre lang war bisher der 52-jährige Elektromeister der Chef der Feuerwehr mit seinen derzeit fünf Löschzügen und den etwa 290 aktiven Feuerwehrmännern und -frauen. Kürzlich hatte der Alt-Willicher per Handschlag und Ernennung von Bürgermeister Josef Heyes seinen "Vertrag" um weitere sechs Jahre verlängert. Die RP traf den Wehrleiter in der Willicher Feuerwache.

Thomas Metzer war gerade mal 17 Jahre alt, als er in die Willicher Feuerwehr kam. "Wir müssen gucken, dass unsere Jungs da mitmachen", waren sich damals die Väter Hans Maubach, Alfred Metzer und Reinhold Aretz einig. Sie schafften es. Ihre Söhne sind auch heutzutage noch aktiv dabei. Und Thomas Metzer erinnert sich an die Anfänge: "Damals war alles noch viel ruhiger und beschaulicher. Die Anforderungen waren ganz andere, und wir hatten in Alt-Willich etwa 30 bis 40 Einsätze im Jahr." 2015 waren dies allein in Willich 201. Und überwiegend seien dies heutzutage keine Brände mehr, sondern auch über die Stadtgrenzen hinweg viele technische Hilfeleistungen, von der Beseitigung von Ölspuren bis hin zum ABC-Schutz.

Metzer ist außerdem seit 2004 stellvertretender Kreis-Brandmeister, in dieser Eigenschaft ist er auch für die Ausbildung zuständig. Auf dem Papier ist der Willicher zwar bei den Stadtwerken beschäftigt, aber für seine Aufgaben als Wehrleiter an 365 Tagen im Jahr freigestellt. Alleine die Erarbeitung von Sicherheitskonzepten, Gefährdungsbeurteilungen oder die Unfallverhütung machen viele Stunden seiner Arbeit aus, neben Stellungnahmen zu Straßenbaumaßnahmen oder Schulungen.

"Wir kommen gerne zu Ihnen, wenn Sie uns lassen", kommt Metzer auf die vielen verkehrsberuhigten Bereiche zu sprechen, wo oftmals Einbauten oder Falschparker den Einsatz behindern und erschweren würden. Was im Vergleich zu den Anfängen anders geworden ist: die Erwartungshaltung bei der Bevölkerung. Metzer begründet: "Früher wurden beispielsweise brennende Mülltonnen von den Nachbarn selber gelöscht." Heutzutage funktioniere das nicht mehr, auch die Nachbarschafthilfe von früher gebe es nicht mehr: "Man kannte sich früher, hatte für den Notfall oft den Schlüssel vom Nachbarn, heute ist das viel anonymer geworden, melden sich beispielsweise die Nachbarn erst nach einigen Tagen, wenn nebenan der Briefkasten überquillt oder Personen vermisst werden."

Probleme gäbe es hin und wieder auch bei Unternehmen, die Feuerwehrkameraden zu den Einsätzen frei zu stellen. Dass es auch anders geht, würden seit Jahren unter anderem die Stadt Willich, Elektro Lücke oder die Betriebe Krahnen, Caris, Beckers oder Schrangs beweisen. Hinzu käme, dass die Anzahl der in Willich arbeitenden Feuerwehrleute immer weiter zurückgehe. Heißt, dass schon im Vorfeld Einsatz-Einheiten aufgestellt würden, die je nach Verfügbarkeit tagsüber oder nachts raus müssen.

Dennoch sei, so Metzer, die Feuerwehr in Willich gut aufgestellt, sei eine Berufsfeuerwehr überhaupt kein Thema, finanziell auch gar nicht zu stemmen. Was sich der alte und neuer Feuerwehr-Chef für die nächsten sechs Jahre wünscht: dass sich die Verfügbarkeit tagsüber verbessert, dass die Jugendfeuerwehr weiter ausgebaut wird (derzeit machen 54 Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren mit) und dass man, wenn man will, auch noch bis zum Eintritt in das gesetzliche Rentenalter, 67, aktiver Feuerwehrmann oder Frau sein kann.

Außerdem müssten einige Feuerwehrwachen funktionaler ausgestattet werden. So fehle beispielsweise in Neersen ein Schulungsraum, brauche Willich mehr Stellplätze und effektivere Umkleiden. Außerdem müsse es in Willich in den nächsten Jahren endlich gelingen, dass die Zu- und Abfahrtswege von der Wache durch eine zweite hintere Zufahrt sicher gestellt würden. Zu bestimmten Zeiten sei nämlich der benachbarte Kreisverkehr total überlastet, dort käme es zu langen Staus. Gerade wird der neue Brandschutzbedarfsplan erarbeitet; dabei werde es auch um das Problem des Kreisverkehrs gehen.

Natürlich könne auch jeder, kommt Metzer zum Schluss, seinen Beitrag leisten, die Einsätze der Wehr zu minimieren. Dazu gehörten intakte Brandschutzmeldeanlagen in den Betrieben genauso wie genügend Rauchmelder in den privaten Haushalten.

Quelle: RP
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