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Stadt Willich
Willicher Wohnen 2030

Stadt Willich: Willicher Wohnen 2030
58 Grundstücke bietet die Klimaschutzsiedlung Roeddersfeld in Willich. Hier entstehen hochwertige Eigenheime. Bedarf gibt es in der Stadt aber auch an preiswerten Wohnungen. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Wie sollte der Willicher Wohnungsmarkt entwickelt werden, um den künftigen Bedarfen der Bevölkerung zu entsprechen? Im Planungsausschuss wurde der Zwischenbericht zum "Masterplan Wohnen" vorgestellt. Von Nadia Joppen

Politiker, Verwaltung und "Wohnungsmarkt-Akteure" werden in einem Workshop am 15. März Überlegungen zur weiteren Entwicklung des Wohnungsmarktes in Willich anstellen - Ziel ist die Erarbeitung eines "Masterplans Wohnen" mit Konzepten bis 2030.

Basis der Arbeit ist eine detaillierte Analyse der InWIS Forschung & Beratung GmbH aus Bochum, die am Dienstagabend im Planungsausschuss vorgestellt wurde. Referentin Carolin Krüger begann mit der Untersuchung zur Entwicklung der Einwohnerzahlen in Willich: Diese sei seit einigen Jahren stabil, aber um sie auf diesem Niveau zu halten, reicht der Bevölkerungszuwachs über Geburten in den Willicher Familien nicht aus, sondern jährlich müssten rund 120 Menschen hinzuziehen - die brauchen Wohnraum. Der Wohnungsmarkt ist wiederum geprägt von privaten Eigentümern (90 Prozent), wobei 40 Prozent der Häuser aus der Nachkriegszeit stammen und in Sachen Energieeffizienz und Ausstattung Nachholbedarf haben. Für dieses Thema muss aber jeder einzelne Gebäudebesitzer sensibilisiert werden.

Bei der Bevölkerungsentwicklung ist davon auszugehen, dass bis 2030 alle Altersgruppen über 50 Jahre größer werden und entsprechend der Bedarf an altengerechten Wohnungen steigt. Handlungsbedarf besteht vor allem in den Quartieren, in denen einerseits die Bevölkerung altert, andererseits die Einwohnerzahl schrumpft - diese Quartiere verteilen sich über alle vier Stadtteile und liegen zumeist in den Außenbezirken.

Die Neubau-Maßnahmen der vergangenen Jahre betrafen vor allem den Bau von Eigenheimen, aber im Segment der Eigentumswohnungen besteht verstärkter Nachholbedarf. Auch im Bereich Mietwohnungen muss sich etwas tun, so das Zwischenfazit der Analyse: Gefragt sind Mietwohnungen im unteren und mittleren Preissegment, wobei große Wohneinheiten ab 90 Quadratmetern für Familien gesucht werden. Bisher wurden allerdings überwiegend neue Wohneinheiten im oberen Preissegment gebaut.

Ein weiteres Problem: Bisher wurden in Willich wenig öffentlich geförderte Miet-Wohnungen gebaut - gleichzeitig gibt es immer mehr Haushalte, die diesen bezahlbaren Wohnraum brauchen. Daher herrscht auch hier Nachholbedarf - auch bei kleinen Wohneinheiten für Ein- oder Zwei-Personenhaushalte. Insgesamt sind die Mietpreise in Anrath am günstigsten - sie liegen bei 6,50 Euro pro Quadratmeter.

Eigentumswohnungen sollten drei Zimmer haben und altengerecht ausgestattet sein, außerdem werden altengerechte Wohnungen oder Wohnungen mit Service wie im Gebäude der GWG Kreis Viersen am Kaiserplatz gesucht. Allerdings: Es gibt auch weiterhin Bedarf für neue Eigenheime - und die verfügbaren Flächen-Potenziale in der Stadt reichen für die erwartete Nachfrage nicht aus.

Im ganzen Stadtgebiet gibt es nur einen geringen Leerstand von etwa 2 Prozent - das ist in Ordnung, um überhaupt einen Wohnungswechsel zu ermöglichen. Einen größeren, strukturellen Leerstand in Willich haben die Experten nicht festgestellt.

Insgesamt erwarten sie bis 2030 einen Bedarf von 1900 zusätzlichen Wohneinheiten. Dabei sind allerdings noch nicht die Zahlen der in Willich ankommenden Flüchtlinge enthalten - hier wird ein weiterer Wohnungsbedarf entstehen.

Die Planungsausschuss-Mitglieder nahmen den Vortrag zur Kenntnis. Die Fraktionen benannten zudem ihre jeweiligen Vertreter für den Workshop am 15. März.

Quelle: RP
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