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Stadt Willich
Wohnen im Park an der Villa Langels mitten in Willich

Stadt Willich. Ein kleines neues Baugebiet wird mitten in Willich entstehen - und die unter Denkmalschutz stehende Villa Langels soll bei dieser Gelegenheit renoviert werden. Über die Bahnstraße soll das Gebiet erschlossen werden, im hinteren Bereich stößt es an die Gärten der Häuser an der Grunewall- und der Wilhelmstraße. Weil dafür der Bebauungsplan des Grundstücks geändert werden muss, war das Vorhaben jetzt Thema im Planungsausschuss, wobei die Mitglieder des Ausschusses bei zwei Gegenstimmen der Grünen und zwei Enthaltungen der FDP dem Bebauungsplan-Änderungsverfahren hin zur Festsetzung als allgemeines Wohngebiet mehrheitlich zustimmten. Von Marc Schütz

"Wohnen im Park - Villa Langels" heißt das Projekt des Investors, dem die Villa und das große parkähnliche Grundstück gehören. Bisher sieht der Flächennutzungsplan im hinteren Teil des Grundstücks Grünflächen vor. Dort sollen nun allerdings bis zu elf Einfamilienhäuser, teils freistehend, teils als Doppelhäuser oder als Dreiergruppe, entstehen, erläuterte Friederike Schweer von der Firma BKI aus Aachen, die das Planverfahren für den Investor, die Villa Langels Entwicklungsgesellschaft, betreut. Die Villa mit ihrem charakteristischen Turm, die derzeit leer steht, aber beheizt und instandgehalten wird, soll renoviert und ebenfalls vermarktet werden. Die hohen, alten Bäume, die die Villa umgeben, sollen dabei weitgehend erhalten bleiben, ebenso der denkmalgeschützte Brunnen, versicherte Friederike Schweer. Dafür müsse allerdings das alte Kutscherhaus weichen, was mit der Denkmalschutzbehörde - wie viele andere Details - bereits abgestimmt sei.

"Dass die Bäume erhalten bleiben sollen, freut uns als Grüne natürlich", sagte Christian Winterbach, obgleich die Grünen am Ende mit Nein stimmten. Denn die Grünen stört einerseits, dass mitten in der Stadt ein Baugebiet entsteht, in dem kein Geschosswohnungsbau, sondern nur Einfamilienhaus-Bebauung vorgesehen ist. Zudem widerspreche es dem Willicher Grundsatzbeschluss, wonach die Stadt Eigentümer der Grundstücke sein muss, wenn Land in Bauland umgewandelt wird, damit auch die Stadt finanziell etwas davon hat. Außerdem müsse gewährleistet sein, dass der Investor die unter Denkmalschutz stehende Villa Langels auch tatsächlich saniere. Auf diesen Punkt legen auch die anderen Fraktionen Wert.

Dies, sagte Martina Stall, Technische Beigeordnete der Stadt, werde man vertraglich mit dem Investor vereinbaren. Einen Konflikt bezüglich des Grundsatzbeschlusses sehe sie wegen der mit rund 3000 Quadratmeter bebaubarer Fläche insgesamt recht geringen Größe des Gebietes nicht, zumal der Stadt keine Kosten entstünden. Denn die Erschließung des Baugebietes trägt der Investor komplett, und auch das Planverfahren bezahlt die "Villa Langels Entwicklungsgesellschaft" selbst. Stadtplaner Thomas Scholemann wies darauf hin, dass der Planungsausschuss bereits vor zwei Jahren dafür gestimmt habe, den Investor das Gebiet entwickeln zu lassen. Und diesem seien dadurch bisher erhebliche Kosten entstanden. "Wollen Sie das Rad jetzt zurückdrehen?", fragte er mit Blick auf Winterbach. Von Mehrfamilienhäusern in diesem Gebiet raten Verwaltung, Planer und die übrigen Politiker ab, da dies zu Widerständen in der Nachbarschaft und zusätzlichem Verkehr führen würde.

Das Planverfahren steht übrigens noch ganz am Anfang: Der vorgestellte Entwurf dient lediglich als Grundlage für das weitere Verfahren, in dem sich Bürger noch äußern können. Zudem wird es einen Darlegungs- und Anhörungstermin geben.

Quelle: RP
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