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Projekt "Let's Denk" in Willich
Youtuber besuchen Schulen und geben Tipps für Umgang im Netz

Projekt "Let's Denk" in Willich: Youtuber besuchen Schulen und geben Tipps für Umgang im Netz
Anschaulich gaben die vier Studenten den Schülern des Lise-Meitner-Gymnasiums in Anrath Tipps, wie sie auf Hasskommentare im Internet reagieren sollten. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Willich. Unterstützt von "Demokratie leben" haben vier junge Leute ein Konzept entwickelt, um Schüler über das Medium Youtube zu informieren. Sie sollen unter anderem lernen, mit Hasskommentaren umzugehen. Von Bianca Treffer

Wie erkenne ich Falschinformationen? Wie kann ich gute Informationsquellen von schlechten unterscheiden? Wie soll man auf fremdenfeindliche und antidemokratische Meldungen reagieren? Wer moderne Medien nutzt, darunter auch Youtube, muss sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. Keine einfache Sache, wie Mats Leven weiß, der selber den Youtube-Kanal "Let's Denk" betreibt, auf dem er sich mit Wissenschafts- und Philosophiethemen auseinandersetzt.

Gerade für jüngere Nutzer ist es oftmals schwierig, den richtigen Umgang mit den neuen Medien zu lernen. Vor diesem Hintergrund kam dem Studenten die Idee, eine Informationsveranstaltung für junge User zu entwickeln, mit der genau auf diese Fragen und Probleme eingegangen werden kann. Es stellte sich allerdings die Frage nach der Finanzierung. "Durch meinen Vater, der Konrektor an einer Förderschule ist, bin ich auf ,Demokratie leben' aufmerksam geworden", berichtet Leven, der vor zwei Jahren sein Abitur am Lise-Meitner-Gymnasium machte.

"Demokratie leben" fördert Projekte, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und für Menschenrechte einsetzen, wobei die Mediennutzung eine große Rolle spielt. Mit Unterstützung seines Vaters entwickelte Leven ein Konzept. Dazu holte er drei weitere Youtuber ins Boot. Leven stellte das Konzept bei "Demokratie leben" vor und stieß auf Interesse.

"Gerade der Ansatz nach dem Peer to Peer fand bei uns Anklang. Auf Augenhöhe etwas vermitteln kommt mit großer Intensität an", sagt Peter Varevics von "Demokratie leben". Der Begleitausschuss sprach seine Zustimmung aus, und aus dem Topf Aktions- und Initiative-Fond flossen 5000 Euro. Dank dieser Unterstützung ist es nun möglich, dass insgesamt zehn Schulen im Kreis Viersen von den vier Youtubern besucht werden.

Die Schüler erhalten praktische und lebensnahe Informationen und Tipps, wie sie sich richtig verhalten, wenn sie sich bei Youtube und anderen Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram bewegen und mit hass- oder fremdenfeindlichen Kommentaren konfrontiert werden. Im Anrather Lise-Meitner-Gymnasium fand nun die Auftaktveranstaltung statt. Zum ersten Mal stellten Leven und seine studentischen Mitstreitet Ben, Lisa und Clement die Youtuber-Veranstaltung vor.

Dass fremdenfeindliche und antidemokratische Meldungen und Kommentare keine Seltenheit im Internet sind, war allen bereits bekannt. Die vier Youtuber machten mit vielen beispielhaften Videosequenzen deutlich, wo es strafrechtlich relevant wird, was besser einfach ignoriert oder wann ein Erwachsener angesprochen werden sollte oder wo vielleicht eine ruhige und überlegte Gegenrede sinnvoll sein könnte.

Ob die Sechstklässler oder die gesamte Stufe sieben, die ebenfalls zur Zielgruppe gehörte: Die Schüler waren je 90 Minuten ganz Ohr und konnten jede Menge für sich selbst mitnehmen. Zumal der Vortrag auch darauf einging, wie damit umzugehen ist, wenn jemand persönlich über das Internet angegriffen wird, sei es durch direkte Kommentare oder Nachrede. "Gerüchte sind spannend. Sie werden gerne von Menschen erzählt, besonders, wenn jemand selber Probleme hat. Eine Gerüchteküche ist nicht kontrollierbar, und Gerüchte sind immer spannender als die Wahrheit. Aber sie verflüchtigen sich schnell, besonders wenn man nicht auf sie eingeht, sondern vielmehr nur seine Freude über die Wahrheit aufklärt", informierte Lisa. Schütze dich selber, suche Verbündete, bleibe sachlich und nutze gute Quellen, die Fakten liefern - so lauteten die Tipps der vier.

Quelle: RP
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