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Stadt Willich
Zehn Leser verschwinden im Geheimgang eines Pfarrhauses

Stadt Willich. Zehn Gewinner einer RP-Leseraktion werfen einen Blick hinter die Kulissen von "Ein Fall für Pater Brown" bei den Schlossfestspielen. Von Eva-Maria Geef

Einmal hinter die Kulissen der jährlichen Neersener Schlossfestspiele schauen, Requisiten aus der Nähe betrachten und lustige Anekdoten von den Proben zum aktuellen Stück hören: Dies alles konnten am Freitagabend zehn Gewinner einer Leseraktion der Rheinischen Post. Schauspieler Sven Post, der in der aktuellen Inszenierung "Ein Fall für Pater Brown" den Inspektor Slack spielt und bereits im Kostüm für die abendliche Vorstellung steckt, und Silke von Patay, verantwortlich für die Ausstattung, führen zehn Leser von der Bühne bis in den Requisitenraum.

Eine Teilnehmerin ist Gabriele Müller. "Ich gewinne sonst nie", freut sich die 55-Jährige. Sie sei besonders an der Technik sowie an der Arbeit der Maskenbildner interessiert und ist gespannt, ob sie darüber etwas erfahren wird. Ihre Begleitung ist ihre Freundin Christel Harbig, die sich auf einen schönen Abend freut. "Ich bin das erste Mal im Neersener Open Air Theater und bin schon sehr gespannt." Bei dem gemeinsamen Gang über die Schlossbühne erzählt Darsteller Sven Post von den Proben in der Öffentlichkeit, die ja während des normalen Betriebs des Rathauses ablaufen. Was während der Festspiele die Bühne darstellt, ist normalerweise der Rathaus-Eingang. So gab es bei den Proben mit Hauptdarsteller Michael Schanze die Begebenheit, dass eine ältere Dame durch die Nebentür kam, wortlos ein Kamerahandy auf Schanze richtet, kurz kontrolliert, ob das Foto etwas geworden ist, nochmals fotografiert, und anschließend wortlos auch wieder durch die Tür verschwindet. "Michael Schanze hat einfach weiter gespielt und sich nicht stören lassen", lacht Post. Ihm sei es schon passiert, dass er, in der Verkleidung der Captain Hook-Rolle mit einer Piratenhand und mit einem umgeschnallten Boot, von einem Herrn angesprochen wurde: "Sie wissen auch nicht, wo man hier etwas beglaubigen lassen kann?"

Das mache den Reiz des Spiels in Neersen aus, ebenso wie die Unwägbarkeit des Wetters bei Open Air Theatern. "Gespielt wird auch bei Regen, man versteht dann nur nichts mehr, weil 400 Leute mit ihren Regen-Capes rascheln", lacht Post. Nach dem Gang über die Bühne geht es für die Gewinner über die Treppe, auf der die sogenannten Handrequisiten bereitstehen: Schirm, Koffer, aber auch Kaffeegeschirr und ein Kuchen, noch abgedeckt mit einer Plastikfolie. "Die Fenster zum Publikum hin sind alle mit einem Molton abgedeckt, damit die Abgänge der Schauspieler und das Umziehen im Treppenhaus nicht gesehen werden", erzählt Ausstatterin Silke von Patay.

Weiter geht es zu der Orgel, die eine besondere Rolle im Stück einnimmt. Überraschung für die Gruppe: Hauptdarsteller Michael Schanze sitzt dort und bereitet sich auf seinen Auftritt vor. "Das war ja was", lacht Gewinnerin Helga Nickels, der die kurzweilige Führung im Ganzen sehr gut gefällt. Abschließend geht es für alle Teilnehmer durch den Geheimgang auf der Bühne in den Requisitenraum, wo für alle Stücke der aktuellen Spielzeit die entsprechenden Ausstattungsstücke bereitliegen. Helfer tragen bereits die Sofas auf die Bühne, die das Pfarrhaus von Pater Brown schmücken. Und dann heißt es auch schon: Vorstellung!

Quelle: RP
 
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