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Wülfrath
Aktuelle Jahresausstellung im Atelier der Schmetterlinge

Wülfrath: Aktuelle Jahresausstellung im Atelier der Schmetterlinge
Das Offene Atelier in der Bergischen Diakonie Aprath präsentiert Bilder und Skulpturen. FOTO: Janicki, Dietrich
Wülfrath. Das Offene Atelier in Aprath zeigt in den kommenden Wochen Werke von 45 Kunstschaffenden. Zur Eröffnung der Schau gab's auch Musik. Von Lars Mader

Jeden November legt das Offene Atelier in Aprath sein kreatives Kraftfeld anhand einer umfangreichen Werkschau offen. 45 Kunstschaffende zeigen in den kommenden Wochen ihre Gestaltungen. Besonders emotional packend sind die Beiträge von Karl-Heinz Hoffmann und Marion Hackenbroich, die beide im Sommer verstorben sind.

Oft waren Bilder der zwei treuen Atelieristen bei Ausstellungen in der Umgebung zu sehen. Wie zum Beweis ihrer Fähigkeit, Seelenlandschaften in Gesichter zu malen, hängt nun Hackenbroichs Portrait am Ende des Atelierflurs. Gleich gegenüber ist ein typischer Hoffmann platziert. Unvoreingenommen nutzte er die vorschnell als Kindersache abgetanen Wasserfarben für seine Art der Naiven Malerei.

Zum wiederholten Mal wählte der Atelierleiter Manuel Rohde ein Kinderbuch zum Gegenstand seiner Vernissageansprache und entpuppt sich damit als wahrer Experte in der Auslegung der zumeist archaischen Erzählungen. Diesmal sprach er über die Geschichte "Die Werkstatt der Schmetterlinge", in der die Erfindung neuer Wesen zwischen Tier und Blume geschildert wird. Den staunenden Zuhörern berichtete Rohde, dass er tatsächlich den Illustrator des Buches zwecks Erlaubnis angeschrieben habe, das Offene Atelier in "Werkstatt der Schmetterlinge" umbenennen zu dürfen.

Der Illustrator verwies auf die Entscheidungsgewalt der Buchautorin. Die wiederum zu fragen, dazu hat sich Rohde noch nicht durchringen können. Und so hängt dieses Umbenennungsverfahren in einem wunderbaren Schwebezustand der Unentschiedenheit, bei dem das Atelier nur gewinnen kann.

In der aktuellen Ausstellung stechen einige Künstler besonders exponiert hervor. Da ist zum einen Anja Leu, die Hochverschiedenes von Fischpiktogrammen bis hin zu einer freibaumelnden Himmelsscheibe präsentiert. Am tiefsten ins Herz geschlossen wird jedoch ihr Rüsseltier, das die Rolle eines Ausstellungsmaskottchens übernimmt. Sanja Vupora wirkte so beständig auf ihren weißen Gesteinskopf ein, wie es sonst nur eine Jahrhunderte dauernde Witterung vermag. Geradezu genial kommt Waldemar Wierzbickis Version der Mona Lisa zur Geltung, zumal man dazu wissen muss, dass dieses Meisterwerk nahezu aus dem Handgelenk und Gedächtnis gemalt wurde.

Um auch den Restraum noch auszufüllen, übersetzte Perkussionist Andreas Brunk die herrschenden Stimmungen durch drei kontinentaldriftende Stücke in die Schwingungen von Cajon und Congas. Neben dem Schöngeistigen gab es allerhand harte Fakten zu erfahren. Die Teilnahmegebühren mussten erhöht werden. Zur Schonung seiner Kräfte muss nach langen Jahren Dirk Schäfer den Ölmalkurs verwaisen lassen. Endlich wurde Sunci Matijanic fest ins Atelierteam eingestellt. Den stetig bedrohten Bestand des Ateliers soll ein inklusiver Freundeskreisverein mit dem Namen "Ateliers in der Bergischen Diakonie" sichern helfen und noch vor Jahresende aus der Taufe gehoben werden.

Quelle: RP
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