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Wülfrath
Alkohol-Gefahren vor Augen geführt

Wülfrath: Alkohol-Gefahren vor Augen geführt
Nicht einfach: Sophie hat eine "Alkoholbrille" aufgesetzt und versucht, verschiedene Sachen zu greifen. FOTO: Achim Blazy
Wülfrath. Zur Suchtprävention absolvierten gestern Schüler der Klasse 8b des Gymnasiums einen Parcours mit fünf Stationen. Besonders beeindruckte die Jugendlichen der Test mit einer "Rauschbrille". Von Laura Micus

Was machst du mit Alkohol? - Was macht Alkohol mit dir? Diese Frage stellten sich gestern Schüler der Klasse 8b des Gymnasiums beim sogenannten Alk-Parcours in der Hauptschule Wolverothe. An fünf Stationen setzten sie sich mit verschiedenen Facetten des Themas Alkohol auseinander. In Kleingruppen von fünf bis sechs Leuten meisterten die Schüler den Parcours. Für jede Station hatten sie zehn Minuten Zeit. Ein Betreuer des Projekts gab an jeweils einer Station Hilfestellungen.

Das Projekt sei im Arbeitskreis der Stadt entstanden, erklärt Beatrix Neugebauer, Mitarbeiterin der Caritas-Suchtprävention. Es ist eine Zusammenarbeit der landesweiten Ginko-Stiftung für Prävention, der Kinder- und Jugendförderung Wülfrath sowie der Suchtprävention der Caritas.

Station eins informierte mit einem Kurzfilm über die rechtlichen Hintergründe, anschließend sprachen die Jugendlichen in Gruppen darüber. Bei der zweiten Station stieg Maggie Hahn von der Kinder- und Jugendförderung mit der Frage ein "Zu welcher Gelegenheit konsumieren wir Alkohol?". "In der Gruppe. Auf Partys", lautete die Antwort. Dann sollten Alternativen zum Alkohol gefunden werden: Softdrinks, Essen, Musik und Tanzen nannten die Mädchen und Jungen spontan.

Maggie Hahn ist zufrieden mit dem Verlauf des Projekts. Auch Rainer Witt, der begleitende Lehrer der Klasse 8b, zeigt sich zufrieden: "Hier wird gute Aufklärungsarbeit gemacht", sagt er. Im Voraus seien die Schüler bereits im Biologieunterricht auf das Thema vorbereitet worden. "Der Parcours gehört mit zum Schulprogramm", erklärt Witt. Er habe nun zwei Stunden regulären Unterricht ersetzt.

Bei weiteren Stationen wurden die Organe benannt, die vom Alkohol angegriffen werden und Sabine Gadzinski von der Ginko-Stiftung für Prävention stellte klar, dass betrunken sein unattraktiv sei.

Besonders eindrucksvoll für die Gymnasiasten war die letzte Station. Dort setzten sie eine Rauschbrille auf, wodurch ein Zustand der Trunkenheit simuliert wurde. Dabei galt es, ein Fahrradschloss und ein Türschloss zu öffnen, Geld aus einem Portemonnaie herauszuholen und eine Nachricht in ein Handy einzutippen. Sophie (14) und Philipp (13) haben sich als erste daran versucht. "Man ist so orientierungslos", sagt Philipp, man wisse gar nicht mehr, wo links und rechts ist. "Man sieht total verschwommen", ergänzt Sophie. Konnten sie denn ihre Aufgaben erfüllen? Mit Schwierigkeiten hat es schließlich funktioniert. Sobald Sophie das Portemonnaie gefunden hatte, war es kein Problem mehr, das Geld heraus zu holen. Philipps Erfahrungen mit dem Türschloss waren ähnlich. "Ich finde es gut, dass das gemacht wird. Es bringt was, denn wir merken alle, dass man nicht so herumlaufen möchte", lautet sein Fazit.

Quelle: RP
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