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Wülfrath
Assauer-Auszeichnung für Pinsel im Kühlschrank

Wülfrath: Assauer-Auszeichnung für Pinsel im Kühlschrank
Kümmern sich um "Pinsel im Kühlschrank" (v.l.): Angela Spink, Daniela Dietz, Susann Seidel, Stefan Wilde und Dagmar Freund. FOTO: Michael Nacke (mna)
Wülfrath. Das Kunstprojekt für Demenzkranke wird am Donnerstag auf Schalke ausgezeichnet. Die Wülfrather erhalten ein Preisgeld, aber wichtiger noch: Die Verantwortlichen bekommen die Anerkennung, weil das Thema Demenz immer prägender für unsere Gesellschaft wird. Von Valeska von Dolega

Dass Angela Sprink und Daniele Dietz vom Kinder- und Jugendhaus zusammen mit Susann Seidel, verantwortlich für den Pflege- und Wohndienst, morgen gemeinsam nach Gelsenkirchen reisen hat weniger damit zu tun, dass sie große Schalke-Fans wären. Aber auf Schalke wird ihnen für ihr generationsübergreifendes Projekt "Pinsel im Kühlschrank" der Rudi Assauer Preis verliehen.

"Wir freuen uns total", bejubelt Susann Seidel die Auszeichnung. Sonst ausschließlich im Dienst für andere, ist eine solche Plakette eine Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit. Und sie ist mit einem Preisgeld verbunden, das die am städtischen Projekt Beteiligten "natürlich gut gebrauchen können".

Angesichts der klammen Stadtkasse sind die Mitstreiter eben immer auf Kreativität und Ideenreichtum zur Beschaffung von Geldern angewiesen. Also hatte Susann Seidel im Sommer an der Ausschreibung des Assauer-Preises teilgenommen. Dezidiert beschrieben, wie das Projekt mit Leben gefüllt wird: Wie es der Titel "Pinsel im Kühlschrank" vermuten lässt, handelt es sich hier um ein besonderes Kunstprojekt. Junge Leute und Golden Ager arbeiten daran gemeinsam, wichtig ist die Einbindung demenziell Veränderter. Koordiniert werden die verschiedenen Workshops von der Pflege- und Wohnberatung sowie dem Kinder- und Jugendhaus plus engagierten Ehrenamtlern und der Bergischen Diakonie Aprath. Es geht darum, die Generationen miteinander zu verbinden, um in der kreativen Beschäftigung voneinander zu lernen.

Dabei geht es weniger darum, verschüttetes Spitzenkünstler-Potenzial zu entdecken, also künstlerisch fördernd zu sein, sondern vor allem in menschlicher Hinsicht. Was ist Demenz, wie gehe ich mit Demenzkranken um, "Hemmschwellen werden abgebaut und die Sozialkompetenz der Kinder und Jugendlichen gestärkt". Wie ist es, alt und in seinen Aktionsradien eingeschränkt zu sein? Wie ist es, nicht mehr wie ein Adler gucken zu können, sondern beim Kleingedruckten auf Hilfe angewiesen zu sein?

Was ursprünglich mal als einmalige Aktion geplant war, ist längst zum festen Bestandteil im Veranstaltungskalender geworden. Immer am letzten Montag eines Monats, von 16 bis 17.30 Uhr, an der Schulstraße.

Dass der Pinsel im Kühlschrank richtig gut ist, zeigte sich nicht nur bei einer Ausstellung im Rathaus. Bereits im Sommer dieses Jahres wurde das Projekt aus 44 Mitbewerbern ausgewählt, seitdem schmückt es die leicht sperrige Auszeichnung StadtPflegeCOMPASS. Ausgeschrieben hatten den Preis das Gesunde Städte-Netzwerk sowie die bundesweite Compass Pflegeberatung. Das Siegel ist mit 1000 Euro dotiert.

Bei der Assauer-Auszeichnung nahmen bundesweit etwa 50 Bewerber teil, wie Wilfried Jacobs, Geschäftsführer der Assauer-Initiative, sagt. "Wichtige Kriterien wie Eigeninitiative und dass es beispielhaft für andere ist, wurden vorbildlich erfüllt", lautet die Begründung für den Preis. Für Projektleiterin Seidel und ihre Mitstreiter ist die Anerkennung vor allem "Motivation zum Weitermachen". Denn angesichts des demografischen Wandels müssen derlei generationsübergreifende Maßnahmen, die so viele verschiedene Schaltstellen einbeziehen, ausgebaut werden.

Quelle: RP
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