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Wülfrath
"Blues 66" weckt Erinnerungen

Wülfrath: "Blues 66" weckt Erinnerungen
"Blues 66" spielte im Kommunikations-Center Schlupkothen. FOTO: D. Janicki
Wülfrath. Sven Bükow und Wolfgang Wiedemann locken über 100 Fans nach Schlupkothen. Von Lars Mader

Trotz Ferien war die Kulturkathedrale im Kommunikations-Center Schlupkothen mit mehr als hundert Besuchern gut gefüllt. Derart gezogen hatten "Howling" Sven Bükow und Wolfgang "Wolf Guitar" Wiedemann vom Duo "Blues 66". Saxophon, Bluesharp und Querflöte - ein Hauch von Jethro Tull lag in der Luft. Die Wülfrather Hörerschaft hatte offenbar nach einer ordentlichen Portion Blues gehungert. Zum dritten Male statteten die zwei Korschenbroicher in Schlupkothen einen Besuch ab und hinterließen nach gut zwei Stunden Spielzeit erneut bleibenden Eindruck.

Schon ihre rebellische Hut- und Krawattenmode setzt Zeichen, doch zur Marke lässt sie werden, dass sie überall in der Gegend stete Bühnenpräsenz zeigen. Seit Jugendzeiten, so erinnert sich Wiedemann, sind sie auf Ochsentour: "Wir waren beide lange in den unterschiedlichsten Bands unterwegs und hatten eigentlich mit der Musik schon aufgehört." Jeder für sich, bis sie sich im Jahre 2008 beim Freizeitkicken in Berti Vogts' Heimatdorf Kleinenbroich erstmals abseits einer Bühne wiedertrafen.

"Wir hatten zwar nie in der gleichen Band gespielt; waren uns früher aber schon begegnet. Nach dem Fußballspielen haben wir die Instrumente noch mal ausgepackt und seitdem machen wir das hier." Der Name des Duos "Blues 66" entstand als eine Kombination von Stilvorliebe und Zielsetzung, erklärt der Gitarrenlehrer Wiedemann: "Wir sind beide wahre Blues-Freaks und nahmen uns damals vor, so lange zu spielen, bis wir 66 Jahre alt sind." Die Begeisterung blieb ungebrochen; inzwischen überlegen sie, sich in "Blues 77" umzubenennen.

Ihre Heimstätte Korschenbroich sei keineswegs eine karge Blues-Wüste. Doch zwischen Mönchengladbach und Neuss sei es schon mühsam, gute Auftrittsorte zu finden, um melancholische Melodien zu spielen: "Es gibt am Niederrhein eine kleine Blues-Szene mit guten Bands, aber wenig Duos, die akustisch spielen. Da sind wir wohl die einzigen." Drei Alben haben sie schon veröffentlicht. Ein nächster Streich soll im kommenden Jahr folgen und wieder vom Einspielen bis zum Vertrieb selbst gemacht sein. Die inzwischen zahlreich vorhandenen Eigenkompositionen in deutscher Sprache, wie das Reifebekenntnis "Sexy Falten", werden nur verhalten ins Programm eingestreut. Stattdessen setzen sie auf Klassiker wie "Riders on the Storm" von The Doors, bei dem sie die charakteristischen Regengeräusche durch traumgebärende Slideguitar-Effekte ersetzt haben. Wiedemann weiß aus ewig währender Erfahrung: "Der Wiedererkennungswert ist immer sehr gefragt."

Deshalb zünden "Blues 66" stets aufs Neue Knaller von Publikumslieblingen wie Elvis Presley oder Led Zeppelin, welche die Gäste nach wenigen Takten in die glorreichsten Bluestage zurückversetzen.

Quelle: RP
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